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Konjunktur Aufträge der deutschen Industrie brechen ein – 7,7 Prozent weniger Bestellungen

Die Bestellungen bei der deutschen Industrie gehen unerwartet stark zurück. Dennoch gibt im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 11,7 Prozent.

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Für das schwache Abschneiden sorgte die geringere Auslandsnachfrage. Quelle: dpa

Die deutsche Industrie hat im August einen unerwartet starken Auftragseinbruch erlitten. Die Unternehmen sammelten 7,7 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Das war der größte Rückgang seit April 2020, als die Coronakrise für eine Nachfrageflaute sorgte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 2,1 Prozent gerechnet. Der Einbruch folgt allerdings auf sehr kräftige Anstiege in den Vormonaten Juli (plus 4,9 Prozent) und Juni (plus 4,6 Prozent), die mitunter durch Großaufträge im sonstigen Fahrzeugbau – etwa Flugzeuge, Schiffe und Züge – zustande kamen. Auch die Betriebsferien der Autobauer, die in den August fielen, dürften zum Minus beigetragen haben.

„Insgesamt lagen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe immer noch auf hohem Niveau“, betonte das Bundeswirtschaftsministerium. Gemessen am Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie, liegen die Aufträge noch immer um 8,5 Prozent höher. Verglichen mit dem deutlich von der Pandemie beeinträchtigten Vorjahresmonat August 2020 zogen sie sogar um 11,7 Prozent an.

Für das schwache Abschneiden sorgte die geringere Auslandsnachfrage. Sie fiel um 9,5 Prozent schwächer aus als im Vormonat. Dabei nahmen die Aufträge aus der Euro-Zone um 1,6 Prozent zu, während die aus dem restlichen Ausland um 15,2 Prozent schrumpften. Die Bestellungen aus dem Inland ließen um 5,2 Prozent nach.

Führende Institute haben gerade erst ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr deutlich gesenkt, weil die Industrie zwar auf prallen Auftragsbüchern sitzt, wegen fehlender Vorprodukte wie Mikrochips aber mit der Produktion nicht hinterherkommt. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) schraubte deshalb seine Wachstumsprognose von 3,9 auf 2,6 Prozent nach unten.

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