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Konjunktur Aufträge der deutschen Industrie erholen sich leicht vom Einbruch

Die Industrie erholt sich von der Coronakrise – jedoch nur langsam. Während es an Aufträgen nicht mangelt, erschweren die Engpässe den Aufschwung.

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Die Bestellungen aus dem Inland ließen um 5,9 Prozent nach. Quelle: dpa

Die deutsche Industrie hat sich im September vom zuvor erlittenen Auftragseinbruch nicht so stark erholt wie erwartet. Die Unternehmen zogen 1,3 Prozent mehr Bestellungen an Land als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 2,0 Prozent gerechnet. Im August hatte es noch einen Rückgang um revidiert 8,8 Prozent gegeben, der damit größer ausfiel als zunächst mit 7,7 Prozent angegeben - es war der größte Einbruch seit April 2020, als die Coronakrise für eine Nachfrageflaute sorgte.

Für das positive Abschneiden sorgte im September allein die anziehende Auslandsnachfrage. Sie stieg um 6,3 Prozent zum Vormonat. Dabei sanken die Aufträge aus der Euro-Zone um 7,3 Prozent, während die aus dem restlichen Ausland um 14,9 Prozent kletterten.

Die Bestellungen aus dem Inland ließen um 5,9 Prozent nach. Dass es bis zur Erholung von der Corona-Pandemie noch ein weiter Weg ist, zeigt auch die Umsatzentwicklung in der Industrie: Die Einnahmen fielen im September um 0,3 Prozent niedriger als im Vormonat und kalenderbereinigt sogar um 2,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

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    „Die Situation wird wohl noch längere Zeit paradox bleiben“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, zu der Entwicklung. „Die Industrie hat eigentlich genügend Aufträge, um die Produktion auf Hochtouren laufen zu lassen, doch in Anbetracht fehlender Teile tröpfelt der Ausstoß lediglich vor sich hin.“ So fehlen beispielsweise Mikrochips, die in zahlreichen Produkten von Autos bis Haushaltsgeräten enthalten sind.

    Wegen der Engpässe wird der Aufschwung in diesem Jahr nach Prognose der Bundesregierung eine Nummer kleiner ausfallen als ursprünglich gedacht. Sie senkte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 2,6 Prozent von zuvor 3,5 Prozent. 2022 soll es zu einem Plus von 4,1 Prozent reichen, 2023 dann zu 1,6 Prozent.

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