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Konjunktur Bundesbank erhöht Wachstumsprognose deutlich

Aufgrund des anhaltenden Aufschwungs hat die Bundesbank ihre Konjunkturprognose stark erhöht. Sie rechnet jetzt kalenderbereinigt mit 2,6 Prozent Wachstum. Mittelfristig sind ihre Erwartungen aber nicht ganz so rosig.

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Der Präsident der Deutschen Bundesbank rechnet für 2018 mit starkem Wirtschaftswachstum in Deutschland. Quelle: dpa

Frankfurt Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird sich nach Ansicht der Bundesbank deutlich verstärken. Die Notenbank hob am Freitag in Frankfurt ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr und die kommenden Jahre erneut an. Sie sieht die Wirtschaft bald ähnlich stark ausgelastet wie auf dem Höhepunkt des Wirtschaftsbooms vor der globalen Finanzkrise 2007. Der breite Aufschwung werde zu kräftig steigenden Löhnen führen und dem Staat steigende Überschüsse bescheren, hieß es weiter. Ab 2019 werde das Tempo aber nachlassen, auch weil Fachkräfte fehlten.

Die deutsche Wirtschaft werde 2017 - bereinigt um den Effekt von Kalendertagen - um 2,6 Prozent wachsen und 2018 um 2,5 Prozent, erklärte die Bundesbank. Bereits im Juni hatte sie ihre halbjährlich vorgelegte Prognose erhöht, aber damals nur mit 1,9 Prozent Zuwachs im laufenden Jahr und 1,7 Prozent 2018 gerechnet. „Wir werden nicht nur im laufenden Winterhalbjahr ein anhaltend hohes konjunkturelles Grundtempo sehen, sondern auch im weiteren Verlauf des Jahres 2018 wird die deutsche Wirtschaft kräftig expandieren“, erklärte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

Die Wirtschaft profitiere von einer starken Nachfrage nach Industriegütern aus dem Ausland, zudem kurbele die gute Lage am Arbeitsmarkt den Konsum der Bürger und den Wohnungsbau an. Indes werde der Aufschwung „reifer“ und sich mittelfristig abschwächen. Das Wachstum werde gerade durch die „stark ausgelasteten Kapazitäten und insbesondere das knappe Arbeitsangebot begrenzt“, sagte Weidmann. Auch sei die hohe Schlagzahl der Exporte nicht zu halten. 2019 und 2020 sei noch ein Wachstum von 1,7 und 1,5 Prozent zu erwarten.

Arbeitnehmer können laut Bundesbank aber nicht nur mit steigenden Löhnen rechnen. Sie müssen sich auch auf eine anziehende Inflation einstellen. Die Teuerungsrate - gemessen am sogenannten Harmonisierten Verbraucherpreisindex - dürfte bis 2019 bei rund 1,7 Prozent bleiben. Gerade teures Öl und Nahrung trieben die Inflation. Sie könne bis 2020 auf 1,9 Prozent steigen.

Vom Aufschwung profitiert auch der Fiskus. Der Staatsüberschuss werde in den kommenden Jahren auf rund 1,25 Prozent des Bruttoinlandprodukts steigen. Das würde ihm neue Milliardeneinnahmen bringen: 2016 hatte der Staatsüberschuss bei 0,8 Prozent gelegen. Jedoch dürfte die neue Bundesregierung mehr ausgeben und so das Wachstum stimulieren. Daher könnte die Wirtschaft noch stärker zulegen, als nun vorhergesagt, sagt Weidmann.

Mit ihrem Konjunkturoptimismus ist die Bundesbank nicht allein. Erst am Donnerstag hatten Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Ifo und das IfW ihre Prognosen angehoben.

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