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Konjunktur Deutsche Exporteure verkaufen im März so viel ins Ausland wie noch nie

Inmitten der Pandemie haben die deutschen Exporteure so viel ins Ausland verkauft wie noch nie. Quelle: dpa

Die Unternehmen haben zuletzt Waren im Wert von 126,5 Milliarden Euro in anderen Staaten abgesetzt. Auch die Importe erreichten einen Rekordwert.

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Inmitten der Corona-Pandemie haben die deutschen Exporteure so viel ins Ausland verkauft wie noch nie. Im März setzten sie Waren im Wert von 126,5 Milliarden Euro in anderen Ländern ab – ein Rekord für einen einzelnen Monat. Das waren 16,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Verglichen mit dem Vormonat wuchsen die Exporte bereits zum elften Mal in Folge, und zwar um 1,2 Prozent. Auch die Importe erreichten einen Rekordwert im März: Sie legten um 15,5 Prozent zum Vorjahresmonat auf 105,9 Milliarden Euro zu.

„Die von China und den USA angetriebene globale Konjunkturerholung hat dem Exportsektor einmal mehr ein Plus beschert“, sagte der Chefvolkswirt vom Bankhaus Lampe, Alexander Krüger. „Angesichts der in westlichen Industrieländern dampfenden Impfmaschinerie wird hier vorerst kaum aller Tage Abend sein.“

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Exportprognose wegen der von den USA und China angeführten Erholung der Weltwirtschaft gerade erst erhöht. Deutsche Firmen dürften demnach 2021 acht Prozent mehr ausführen. Bislang lag die Erwartung nur bei sechs Prozent. Wegen der Coronakrise waren die Ausfuhren 2020 um mehr als neun Prozent eingebrochen.

Die deutschen Exporteure selbst sind angesichts der weltweiten Konjunkturerholung nach der Corona-Rezession so optimistisch wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen der Industrie kletterte im April auf den höchsten Wert seit Januar 2011, wie das Münchner Ifo-Institut kürzlich bei seiner monatlichen Unternehmensumfrage herausfand.

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im März erstmals in diesem Jahr erhöht. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 2,5 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg um 2,3 Prozent erwartet.

Hohe Produktionserwartungen

„Dieses starke Plus ist aber eine Nebelkerze, denn es verdeckt die Probleme der Industrie“, sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. „Deren Produktion konnte zwar leicht zunehmen, doch angesichts der Flut an Aufträgen ist der Anstieg sehr bescheiden.“ Mehr sei derzeit infolge der dramatischen Liefer- und Transportengpässe nicht drin.

Die Produktionserwartungen in der Industrie sind aktuell so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Der entsprechende Indikator stieg im April um 2,9 auf 33,1 Punkte, wie das Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit 1991.

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„Die Auftragsbücher füllen sich, und es gibt immer noch Nachholbedarf nach dem Krisenjahr“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Nahezu alle Branchen kündigen demnach Produktionssteigerungen an. „Insbesondere die Elektronindustrie und die Automobilbranche wollen ihre Produktion stark ausweiten“, sagte Wohlrabe.

Mehr zum Thema: Die deutsche Impfkampagne kommt in Schwung – wenn auch reichlich spät. Wie viele Menschenleben und wie viel an Wirtschaftsleistung das Impfdebakel das Land bisher gekostet hat, zeigen exklusive Berechnungen.

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