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Konjunktur Deutsche Industrie mit unerwartetem Auftragsminus

Das Bundeswirtschaftsministerium vermutet die Handelskonflikte als Ursache – aber auch die neuen Abgasregeln könnten eine Rolle spielen.

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Wegen der neuen Abgasregeln (WLTP) haben weniger Verbraucher einen Neuwagen bestellt. Die Lage könnte sich aber zum Herbst entspannen. Quelle: dpa

Berlin Der Auftragsschwund in der deutschen Industrie hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte wegen der schwächelnden Auslandsnachfrage überraschend fortgesetzt. Das Neugeschäft schrumpfte im Juli um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Anstieg von 1,8 Prozent gerechnet. Im Juni hatte es mit 3,9 Prozent den stärksten Rückgang seit rund anderthalb Jahren gegeben.

„Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich, nach einem sehr dynamischen zweiten Halbjahr 2017, seit Jahresbeginn merklich abgeschwächt“, erklärte das Ministerium. „Dabei dürften die weltweiten Verunsicherungen durch Handelskonflikte eine Rolle gespielt haben.“

Darüber hinaus gebe es Engpässe bei der Zulassung neuer Autos wegen strengerer Abgasregeln (WLTP). Dadurch seien die Bestellungen von Fahrzeugen gesunken. „Ein Teil davon dürfte nachgeholt werden“, erwartet das Ministerium.

Das Auslandsgeschäft schrumpfte im Juli um 3,4 Prozent. Die Bestellungen aus der Euro-Zone fielen um 2,7 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 4,0 Prozent. Die Inlandsnachfrage wuchs dagegen um 2,4 Prozent.

Sophia Krietenbrink vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) findet klare Worte für die Situation: „Der erneute Rückgang der Aufträge ist ein Tiefschlag. Die Bestellungen aus dem Ausland sind sogar nochmals deutlich gesunken.“ Zwar seien die Auftragsbestände nach wie vor hoch. Doch: „Die Auftragsflaute dürfte die expansiven Investitionspläne der Unternehmen jedoch zunehmend in Frage stellen. Insbesondere die schwelenden Handelskonflikte der USA und die stockenden Brexit-Verhandlungen sorgen in der Industrie für Unsicherheit.“

Eine weniger düstere Prognose hat Andreas Rees: „Die Durststrecke hält an. Die allseits erhoffte Belebung nach dem starken Rückgang im Vormonat ist ausgeblieben. Ich glaube allerdings nicht, dass das im geringsten etwas mit dem von Trump ausgelösten Handelsstreit zu tun hat.“

Weiterhin sagt der Chefvolkswirt von Unicredit: „Es dürfte sich vielmehr um Sondereffekte handeln – einmal der Ferieneffekt in der Autobranche, zum anderen zeitweise Engpässe wegen des strengeren Abgasmesszyklus WLTP. Das dürfte die Aufträge und auch die Produktion gedrückt haben. Risiken gibt es im Welthandel. Aber im Herbst dürfte es zu einer Belebung kommen.“

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