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Konjunktur Deutsche Produktion schrumpft überraschend – Aussichten jedoch auf höchstem Stand seit 30 Jahren

Die Wirtschaft hat im Februar weniger hergestellt als im Vormonat. Die Produktionserwartungen sind laut Ifo-Institut jedoch zuletzt deutlich gestiegen.

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In der Autoindustrie und bei ihren Zulieferern stieg der Indikator im März um zehn auf 46 Punkte. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im Februar überraschend den zweiten Monat in Folge gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,6 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet, nachdem es bereits im Januar ein Minus von 2,0 Prozent gegeben hatte. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Corona-Einschränkungen, lag die Produktion um 6,4 Prozent niedriger.

Im Februar sackte die Industrieproduktion allein um 1,8 Prozent ab. Beim Bau gab es wohl auch wegen des Wintereinbruchs mit teils zweistelligen Minusgraden einen Rückgang von 1,3 Prozent. Auch die Energieerzeugung schrumpfte, und zwar um 1,0 Prozent zum Vormonat.

Der Industrie dürften aber bessere Zeiten bevorstehen: Ihre Produktionserwartungen sind aktuell so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Der entsprechende Indikator stieg im März um 8,9 auf 30,4 Punkte, wie das Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte.

„Die Auftragsbücher füllen sich, und es gibt immer noch einen Nachholbedarf nach dem Krisenjahr“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Nahezu alle Branchen kündigten demnach Produktionssteigerungen an. „Insbesondere die Auto- und die Elektroindustrie wollen ihre Produktion stark ausweiten“, sagte Wohlrabe.

Deutsche Industrie kann von der Erholung des Welthandels profitieren

In der Autoindustrie und bei ihren Zulieferern stieg der Indikator um zehn auf 46 Punkte. In der Elektroindustrie sprang er sogar um zwölf auf 44 Zähler nach oben. Im Maschinenbau und bei den Getränkeherstellern nahm der Umfragewert zu auf 38 Punkte. In der Metallerzeugung und -bearbeitung sprang er auf 36 Punkte, nach 20 im Februar. Die Erwartungen der Chemiebranche blieben nahezu konstant bei 19 Zählern.

Die exportabhängige deutsche Industrie kann in den kommenden Monaten von der Erholung des Welthandels von der Coronakrise profitieren. Nach dem historischen Einbruch 2020 dürfte die Weltwirtschaft dieses Jahr um 6,0 Prozent zulegen und damit so stark wie seit 1976 nicht mehr, sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) voraus. Treiber sollen die beiden wichtigsten Abnehmer von Waren „Made in Germany“ sein: die USA und China.

Mehr: Höchster Wert seit Juni 2019: Ifo-Geschäftsklimaindex steigt deutlich

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