Konjunktur Deutsche Reallöhne steigen im zweiten Quartal

Unter anderem dank sinkender Inflationsrate haben die Reallöhne erneut zugelegt. Im Vergleich zum Jahresbeginn sogar doppelt so kräftig. Besonders starke Zuwächse finden sich in der Öffentlichen Verwaltung.

Die Reallöhne haben in Deutschland zugelegt. Quelle: dpa

BerlinDie Kaufkraft der Deutschen steigt wieder kräftiger. Die Reallöhne wuchsen von April bis Juni im Schnitt um 1,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Zu Jahresbeginn waren es lediglich 0,6 Prozent, Ende 2016 rund 1,1 Prozent. Grund sind kräftige Lohnsteigerungen. „Der nominale Verdienstzuwachs in Höhe von 2,9 Prozent lag einen halben Prozentpunkt über dem Durchschnittswert der letzten 20 Quartale“, erklärten die Statistiker. Zudem fiel die Inflationsrate auf 1,7 Prozent, nachdem sie zu Jahresbeginn mit 1,9 Prozent den höchsten Wert seit Ende 2012 erreicht hatte. Die Teuerung machte deshalb weniger vom Lohnplus zunichte.

Besonders starke Verdienstzuwächse gab es im zweiten Quartal in der Öffentlichen Verwaltung mit 4,5 Prozent sowie im Bereich „Erziehung und Unterricht“ mit 3,6 Prozent. Innerhalb der verschiedenen Qualifikationsgruppen war mit 3,1 Prozent der Anstieg bei ungelernten Arbeitnehmern am größten, gefolgt von Arbeitnehmern in leitender Stellung sowie Fachkräften mit jeweils drei Prozent. Die Verdienste von angelernten Arbeitnehmern (+2,8) sowie herausgehobenen Fachkräften (+2,7) zogen leicht unterdurchschnittlich an.

Von der steigenden Kaufkraft profitiert der Einzelhandel. Dessen Branchenverband HDE rechnet damit, dass in diesem Jahr erstmals die Umsatzmarke von 500 Milliarden Euro geknackt wird. Der Konsum wiederum bleibt eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur.

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