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Konjunktur Deutschlands Wirtschaft wächst weiter – wenn auch nicht mehr ganz so kräftig

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten in diesem Jahr 2,2 Prozent Wachstum. Vor vier Wochen war der Optimismus wesentlich größer.

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Die Exportzahlen sind ein Dämpfer für die Konjunkturprognosen. Quelle: Peter Frischmuth/ argus

Berlin Vor vier Wochen kannte der Konjunkturoptimismus der führenden Ökonomen in Deutschland kaum noch Grenzen: Auf zweieinhalb Prozent setzten die Institute einmütig ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr nach oben. Das RWI Essen und das DIW Berlin waren mit 2,4 Prozent etwas vorsichtiger als das IfW-Kiel und das Handelsblatt-Research Institute mit 2,5 Prozent; während das Münchner Ifo mutig 2,6 Prozent prognostizierte.

Einen Monat später klingen die Konjunkturforscher wegen schwächerer Exportzahlen im Februar etwas vorsichtiger: In der Gemeinschaftsdiagnose für die Bundesregierung erwarten die Institute für 2018 nur mehr 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum und im nächsten Jahr dann 2,0 Prozent. Das erfuhr das Handelsblatt am Mittwoch vorab von Insidern in Berlin. Veröffentlicht wird das Gutachten am Donnerstag. Beteiligt an dieser Prognose sind Ifo, DIW, IfW, IWH-Halle und RWI.

Im Vergleich zur Gemeinschaftsdiagnose aus dem letzten Herbst ist das eine Steigerung um jeweils 0,2 Prozent. Denn einschließlich Dezember und Januar, zwei äußerst guten Monaten, läuft die Wirtschaft trotz der Exporteintrübung aus dem Februar unterm Strich immer noch besser als im Herbst erwartet. Wobei die Ökonomen durchaus, wie am Dienstag bereits der Internationale Währungsfonds (IWF), vor dem erheblichen Risiko eskalierender Handelskonflikte warnen.

Berechnen lässt sich dieses Risiko im Voraus allerdings nicht. Der IWF setzte seine Prognose für Deutschland deshalb auf 2,5 Prozent herauf.

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Trotz des anhaltenden Booms, der 2010 begann und auch 2017 mit 2,2 Prozent kräftig war, bleibt nach Einschätzung der Institute die Inflation auch dieses und nächstes Jahr relativ schwach. Sie werde in Deutschland unter zwei Prozent in beiden Jahren liegen, erwarten die Ökonomen.

Das weiterhin kräftige Wachstum führt zu immer neuen Beschäftigungsrekorden. Bis Ende 2019 soll eine weitere Million an Arbeitsplätzen geschaffen werden; die Zahl der Beschäftigten würde dann 45,3 Millionen erreichen. Die Zahl der Arbeitslosen soll auf 2,3 Millionen sinken.

Das Gutachten der Institute dient der Bundesregierung als Basis für die eigene Prognose, die nächste Woche veröffentlicht wird. Nach ihr bestimmt sich auch der Finanzierungsspielraum des Staates. An diesem Punkt werden die Ökonomen die Bundesregierung am Donnerstag allerdings vor Ausgaben-Übermut warnen: Die Vorhaben im Koalitionsvertrag bewerten sie in der Summe als zu teuer, hieß es.  

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