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Konjunktur „Die Daten sind gruselig“ – Deutsche Exporte brechen im April ein

Der deutschen Wirtschaft machen die Handelskonflikte und Risiken wie der Brexit zu schaffen. Die Unternehmen drosseln ihre Produktion.

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Bundesregierung und EU-Kommission trauen der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr nur ein mageres Wachstum zu. Quelle: dpa

Berlin Der unter Handelskonflikten und schlapper Weltkonjunktur leidenden deutschen Wirtschaft droht im zweiten Quartal ein heftiger Rückschlag: Sowohl die Exporte als auch die Produktion brachen im April so stark ein wie seit August 2015 nicht mehr.

Die Ausfuhren fielen um 3,7 Prozent niedriger aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 0,9 Prozent gerechnet, nachdem es im März noch ein Wachstum von 1,6 Prozent gegeben hatte. Die Importe gingen ebenfalls zurück, und zwar um 1,3 Prozent.

Die Unternehmen drosselten zugleich ihre Produktion: Industrie, Baubranche und Versorger stellten zusammen 1,9 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Ökonomen hatten hier nur mit einem Rückgang von 0,4 Prozent gerechnet.

„Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich seit dem Jahreswechsel abgeschwächt und das Geschäftsklima trübte sich weiter ein“, erklärte das Ministerium. Daher sei „weiterhin von einer gedämpften Industriekonjunktur in den kommenden Monaten“ auszugehen.

Ökonomen sehen das noch kritischer. „Die Produktions- und Außenhandelsdaten sind gruselig“, sagte Dekabank-Volkswirt Andreas Scheuerle. „Der Start in das zweite Quartal war ein Desaster.“ Im ersten Jahresviertel war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen, nun droht ein Minus. „Eines wird deutlich: In Zeiten von Handelskrieg ist das wirtschaftliche Risiko für die deutsche exportabhängige Wirtschaft besonders hoch“, erklärte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel.

„Für Entwarnung ist es angesichts der zahlreichen globalen Unwägbarkeiten zu früh“, sagte KfW-Experte Klaus Borger. Bundesregierung und EU-Kommission trauen der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr nur ein Wachstum von 0,5 Prozent zu, nach einem Plus von 1,4 Prozent 2018.

Mehr: Die Bundesbank senkt ihre Wachstumsprognose deutlich. Doch Bundesbank-Chef Weidmann sieht stärkere Exporte ab der zweiten Jahreshälfte.

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