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Konjunktur Die Deutschen sind im Kaufrausch

Die Kauflaune der Deutschen ist so gut wie seit 16 Jahren nicht mehr, das gaben Forscher der Gesellschaft für Konsumforschung bekannt. Trotzdem warnen sie vor den Auswirkungen der US-Handelspolitik und des Brexits.

Konsum: Die Deutschen sind dank guter Konjunktur im Kaufrausch Quelle: dpa

Die Kauflaune der Deutschen ist trotz der Hängepartie um die Bildung einer neuen Bundesregierung so gut wie seit über 16 Jahren nicht mehr. Die Forscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sagen für Februar einen Anstieg ihres Barometers um 0,2 auf 11,0 Punkte voraus – den höchsten Wert seit Oktober 2001. Das sei „eine exzellente Grundlage für ein erfolgreiches Konsumjahr 2018“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl am Donnerstag zu der Umfrage unter 2.000 Verbrauchern. Diese bewerten sowohl die Aussichten für die Konjunktur als auch für ihre Einkommen positiver, weshalb sie zu größeren Anschaffungen neigen. Möglicherweise habe die Aufnahme von Sondierungsgesprächen zur Fortsetzung der großen Koalition zwischen Union und SPD für zusätzlichen Schub gesorgt.

„Die Verbraucher sehen die deutsche Wirtschaft klar in einer Hochkonjunktur“, sagte Bürkl. Sie bewerten die Konjunkturaussichten so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr. „Steigende Beschäftigung, sinkende Arbeitslosigkeit und eine überaus hohe Anzahl an offenen Stellen sorgen für Optimismus“, betonte Bürkl. Den teilen die Befragten mit Ökonomen, denen zufolge Europas größte Volkswirtschaft in diesem Jahr das neunte Jahr in Folge wachsen dürfte.

„Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften nährt die Hoffnung, dass es auch zu ansehnlichen Einkommenszuwächsen kommt, die zudem nur zum Teil durch die Inflation wieder aufgefressen werden“, so der GfK-Forscher. Im Schlepptau steigender Konjunktur- und Einkommensaussichten sind die Konsumenten auch eher bereit, teurere Ausgaben zu stemmen.

Die GfK warnt aber auch vor Risiken. „Vor allem die US-Handelspolitik mit drohenden protektionistischen Tendenzen sowie die nur schleppend vorankommenden Brexit-Verhandlungen könnten das Konsumklima im weiteren Verlauf eintrüben“, sagte Bürkl. Zudem sollten die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer Bundesregierung rasch abgeschlossen werden, ansonsten könne eine steigende Verunsicherung die Konsumkonjunktur belasten.

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