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Konjunktur Gewinne der chinesischen Industrie wachsen deutlich langsamer

Die Zahlen deuten auf Schwierigkeiten für den riesigen Produktionssektor des Landes hin, die bereits zu sinkenden Aufträgen, Entlassungen und Fabrikschließungen geführt haben.

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Im November gab es den ersten Rückgang der Gewinne seit fast drei Jahren. Quelle: dpa

Peking Die chinesische Industrie hat 2018 wegen des Handelskonflikts mit den USA und der schwächeren Binnenkonjunktur eine Halbierung ihres Gewinnwachstums hinnehmen müssen. Die Überschüsse legten nur noch um 10,3 Prozent auf 6,64 Billionen Yuan (rund 861 Milliarden Euro) zu, wie das Statistikamt am Montag bekanntgab. 2017 hatte das Plus von 21 Prozent betragen. Am Jahresende schrumpften die Gewinne sogar: Im Dezember nahmen sie um 1,9 Prozent ab, nachdem es im November mit minus 1,8 Prozent den ersten Rückgang seit fast drei Jahren gegeben hatte. Die Statistiker machen dafür die schwache Nachfrage verantwortlich, aber auch den steigenden Druck auf die Preise.

Die enttäuschenden Daten deuten auf Schwierigkeiten für den riesigen Produktionssektor des Landes hin, die bereits zu sinkenden Aufträgen, Entlassungen und Fabrikschließungen führten. Chinas Wirtschaft wuchs 2018 mit 6,6 Prozent so langsam wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Für 2019 wird eine weitere Verlangsamung erwartet. Die Regierung in Peking versucht unter anderem mit Steuersenkungen für kleinere und mittlere Betriebe, die Konjunktur anzukurbeln. Diesem Ziel dienen auch erhöhte Investitionen in die Infrastruktur.

Die Verbindlichkeiten der Industrieunternehmen wuchsen dem Statistikamt zufolge bis Ende 2018 um 5,2 Prozent zum Vorjahr auf 64,1 Billionen Yuan. Die Produzentenpreise fielen zuletzt. Daher sei es wahrscheinlich, dass die Gewinne weiter schrumpften werden, sagte Ökonom Tang Jianwei von der Bank of Communications in Shanghai.

Die USA haben Strafzölle für zahlreiche chinesische Produkte eingeführt, worunter der Exportweltmeister leidet. Die Gespräche zur Lösung des Konfliktes treten in dieser Woche in eine entscheidende Phase. Der stellvertretende Ministerpräsident Liu He wird am Mittwoch in Washington erwartet, wo er mit dem Handelsbeauftragen Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin zusammentreffen soll.

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