Konjunktur „Hoffnungsvoller Start“: Weniger Exporteure berichten von Lieferengpässen

Viele Branchen rechnen mit wachsenden Umsätzen aus dem Ausland. Allerdings rechnen einige Unternehmen auch weiterhin mit sinkenden Exporten.

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Deutsche Exporteure blicken hoffnungsvoll ins laufende Jahr. Quelle: dpa

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich zu Jahresbeginn deutlich aufgehellt. Das Barometer für die Exporterwartungen legten um 4,5 auf 17,4 Punkte zu, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter 2300 Unternehmen mitteilte. Das ist der beste Wert seit September 2021. „Die deutsche Industrie startet hoffnungsvoll ins neue Jahr“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Nahezu alle Branchen rechnen mit Zuwächsen. Ausnahmen sind nur die Textil- und Bekleidungshersteller, die Drucker und die Nahrungsmittelindustrie. Sie erwarten sinkende Auslandsumsätze. „Von deutlichen Zuwächsen bei den Exporten gehen dagegen die Elektroindustrie und der Maschinenbau aus“, sagte Fuest.

In der Chemischen Industrie konnten die Exporterwartungen nach drei Rückgängen in Folge wieder merklich zulegen. „Auch in der Metallbranche zeigt sich wieder ein gewisser Optimismus mit Blick auf das Auslandsgeschäft“, wie es hieß.

Ein Grund für die wachsende Zuversicht der Exportwirtschaft könnte darin liegen, dass die Lieferengpässe nicht mehr so stark bremsen. Rund 67 Prozent der Industriebetriebe berichteten im Januar zwar noch von Problemen, sich Rohstoffe und Vorprodukte zu beschaffen. Im Dezember waren es aber noch 82 Prozent.

Trotzdem gehen die meisten Experten davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden ersten Quartal erneut schrumpfen könnte. So ist etwa die Lage im Gastgewerbe, das besonders unter den Corona-Beschränkungen leidet, nach wie vor düster. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist bereits Ende 2021 gesunken. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Im Gesamtjahr dürfte es allerdings wegen er erwarteten späteren Erholung zu einem kräftigen Plus reichen: Im Jahreswirtschaftsbericht der neuen Bundesregierung wird mit einem Wachstum von 3,6 Prozent gerechnet. Er soll am Nachmittag von Wirtschaftsminister Robert Habeck vorgestellt werden.

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