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Konjunktur Ifo-Index fällt nur leicht im September – „Deutsche Wirtschaft zeigt sich stabil“

Der Konjunktur-Index des Ifo-Instituts ist weniger deutlich als erwartet gesunken. Für Entwarnung sehen Experten aber noch keinen Grund.

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Trotz des Handelsstreits ist die Konjunktur in Deutschland noch nicht eingebrochen. Quelle: dpa

Berlin Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im September nicht so deutlich wie erwartet eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel um 0,2 auf 103,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit 103,2 Zählern gerechnet.

„Die deutsche Wirtschaft zeigt sich stabil, auch wenn die Unsicherheit steigt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest zu den Daten. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage diesmal etwas schlechter, die Aussichten für die kommenden sechs Monate ebenfalls.

Geschuldet ist der Rückgang des wichtigsten Frühindikators für die deutsche Konjunktur allein der exportabhängigen Industrie, die unter dem von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikten leidet. Hier trübte sich das Klima erneut ein. Dabei wurde die Lage merklich schlechter eingeschätzt, die Aussichten aber so gut bewertet wie seit über einem halben Jahr nicht mehr.

„Die Unternehmen planen, die Produktion in den kommenden Monaten auszuweiten“, ergänzte Fuest. Bei den Dienstleistern, im Handel und in der Baubranche zeigt das Stimmungsbarometer nach oben.

„Trotz der fortgesetzten Eskalationssignale im Handelskonflikt USA/China wird der Aufschwung nicht aus der Bahn geworfen“, sagte Chefvolkswirt Uwe Burkert von der Landesbank LBBW. Die zuletzt gesunkenen Industrieaufträge und die schwächere Produktion sollten „nur einen vorübergehenden Dämpfer markieren“, während vor allem die robuste Binnenkonjunktur das Wachstum anschieben dürften.

Für Entwarnung sehen Experten noch keinen Grund. „Trotz der guten Stimmung macht sich bei den Unternehmen allmählich Unsicherheit breit“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe zur Nachrichtenagentur Reuters.

„Das Unsicherheits-Maß in der Umfrage habe den dritten Monat in Folge zugenommen. Die jüngste Eskalation im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit kam vermutlich für das Gros der vom Ifo befragten Manager zu spät, erklärte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. „Letztlich können sich die deutschen Unternehmen in diesem Handelsstreit nicht zurücklehnen.“

Zum einen seien die deutschen Töchter in den USA und China von den Streitigkeiten betroffen, zum anderen trübten sich die globalen Exportperspektiven mit jeder Eskalationsstufe ein oder würden zumindest ungewisser. Beides dürfte perspektivisch die Investition dämpfen.

Das Ifo-Institut hatte zuletzt angesichts des starken Konsums und der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft leicht angehoben. Für dieses und nächstes Jahr wird jeweils ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 Prozent erwartet. 2020 soll es zu 1,7 Prozent reichen.

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