Konjunktur Überraschender Auftragsschwund für deutsche Industrie

De deutsche Industrie hat im November einen unerwarteten Auftragsrückgang erlitten. Bei den Unternehmen gingen 0,4 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat. Ökonomen nennen das Auftragsminus „verkraftbar“.

Bei den Unternehmen in Deutschland gingen im vergangenen November 0,4 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat Quelle: dpa

WiesbadenDämpfer für die deutsche Industrie: Im November gab es einen unerwarteten Auftragsrückgang. Bei den Unternehmen gingen 0,4 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der erste Rückgang nach zuvor drei Anstiegen in Folge.

Die Nachfrage aus dem Inland schrumpfte um 0,4 Prozent. Die Aufträge aus dem Ausland sanken sogar um 0,5 Prozent. Während dabei das Neugeschäft mit den Euro-Ländern um 0,7 Prozent wuchs, fielen die Bestellungen aus dem Rest der Welt um 1,2 Prozent niedriger aus.

Weniger gefragt waren im November Investitionsgüter wie Maschinen und Fahrzeuge: Hier schrumpften die Aufträge um 2,3 Prozent. Bei Vorleistungen wie Chemikalien gab es dagegen einen Anstieg um 2,0 Prozent. Bei Konsumgütern nahmen die Bestellungen sogar um 3,2 Prozent zu.

„Der leichte Rückgang der Aufträge im November ist kein Beinbruch. Insgesamt wird das vierte Quartal mit einem ordentlichen Plus abschneiden, vor allem die Aufträge aus der Euro-Zone haben sich wieder erholt“, sagte Ulrike Kastens von Sal.Oppenheim in einer ersten Einschätzung. „Alles in allem bleibt die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs.“ Dennoch: Die Dynamik nehme im Vergleich zum dritten Quartal 2017 ab. Dies sei vor dem Hintergrund von gut ausgelasteten Kapazitäten kein Wunder.

Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe nennt das Auftragsminus auf dem hohen Niveau als „locker verkraftbar“. „Allerdings zeigt sich im Schlussquartal 2017, dass das bereits kräftige Auftragswachstum trotz der guten Stimmung nicht so einfach steigerbar ist. Immerhin ist die Kapazitätsauslastung recht hoch. Das starke Wachstum vom dritten Quartal wird der Auftragseingang voraussichtlich nicht wiederholen.“

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