Konjunktur US-Bürger trotz steigender Inflation zu Jahresbeginn in Konsumlaune – Industrieaufträge wachsen deutlich

Der private Konsum gilt als Rückgrat der US-Wirtschaft. Die Einkommen der US-Bürger stagnieren. Trotzdem steigern sie ihre Ausgaben – bei steigenden Preisen.

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Ein Inflationsmaß, auf das insbesondere die Notenbank Fed schaut, betrachtet die persönlichen Ausgaben der Verbraucher. Quelle: Reuters

Die US-Bürger sind trotz rasant steigender Preise mit überraschender Konsumlust ins Jahr gestartet. Sie steigerten ihre Ausgaben im Januar zum Vormonat um 2,1 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Freitag mitteilte.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Im Dezember hatte sich noch ein Minus von revidiert 0,8 Prozent ergeben. Der private Konsum gilt als Rückgrat der US-Wirtschaft.

Die persönlichen Einkommen der Amerikaner stagnierten im Januar im Vergleich zum Vormonat. Damit verlieren die Konsumenten bei der derzeit starken Teuerung an Kaufkraft.

Ein Inflationsmaß, auf das insbesondere die Notenbank Fed schaut, betrachtet die persönlichen Ausgaben der Verbraucher. Dabei bleiben die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiekosten ausgeklammert. Diese Jahresteuerung (PCE-Kernrate) stieg im Januar auf 5,2 Prozent. Im Dezember waren es 4,9 Prozent gewesen. Experten hatten für Januar mit 5,1 Prozent gerechnet.

Die Fed, die einen Wert von 2,0 Prozent anstrebt, hat eine Zinswende für März signalisiert. Mit einer Serie weiterer Straffungen im laufenden Jahr wird sie voraussichtlich versuchen, dem starken Preisauftrieb entgegenzuwirken.

Industrieaufträge wachsen deutlich

Die US-Industrie zog im Januar überraschend viele Aufträge an Land. Die Bestellungen für langlebige Güter vom Toaster bis zu Flugzeugen – wuchsen um 1,6 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem halb so starken Plus gerechnet. Auch der Zuwachs von Dezember, der bei 1,2 Prozent lag, wurde damit übertroffen.

Die weltgrößte Volkswirtschaft hatte Ende 2021 trotz der Omikron-Welle kräftig an Schwung gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 7,0 Prozent. Im Gesamtjahr 2021 legte die US-Wirtschaft um 5,7 Prozent zu – das kräftigste Wachstum seit 1984.

Mehr: Ukrainekrieg treibt Nahrungsmittelpreise auf Rekordhöhe

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