Konjunktur US-Erzeugerpreise steigen unerwartet deutlich: höchster Anstieg seit 40 Jahren

Engpässe bei Lieferketten treiben die Preise. Quelle: dpa

Die Erzeugerpreise gelten als Frühindikator der Inflation. Energiepreise, Engpässe bei Lieferketten und die Coronakrise treiben die Kosten in den USA derzeit.

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Die als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation geltenden US-Erzeugerpreise sind im Januar überraschend stark gestiegen. Sie kletterten um 9,7 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 9,1 Prozent gerechnet - nach einem Anstieg von 9,8 Prozent im Dezember 2021. Vor allem Energiepreise, Engpässe bei Lieferketten und Corona-bedingte Nachholeffekte treiben derzeit die Kosten.

In der Statistik werden die Preise ab Fabrik geführt - also in der Regel bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben.

Diese sind im Januar mit 7,5 Prozent so kräftig gestiegen wie seit rund 40 Jahren nicht mehr. Angesichts dieser starken Inflation und des zugleich brummenden Arbeitsmarkts steuert die Zentralbank Fed auf eine Zinswende zu. Derzeit liegt der Schlüsselsatz noch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. An den Finanzmärkten wird für März mit einem ersten Schritt nach oben gerechnet, dem bis zu fünf weitere Anhebungen folgen könnten.

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„Wir glauben weiterhin, dass sich die Inflation in den kommenden Monaten abschwächen sollte“, sagte Ökonom Sam Bullard von Wells Fargo. „Trotzdem wird sie weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Pandemie liegen und daher eine zentrale Herausforderung für politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen bleiben.“

Die starke Inflation geht einer Studie zufolge zu einem Teil auf die noch nie dagewesene Zahl an Jobwechseln zurück. „Die Neigung der Beschäftigten, sich nach einem anderen Job umzusehen, ist ein wichtiger Treiber der Inflation“, sagte Leonardo Melosi, leitender Ökonom der regionalen Notenbank Chicago Fed und Mitautor der Untersuchung.

Die habe die Teuerungsrate im vergangenen Jahr um etwa einen Prozentpunkt nach oben getrieben. Die Jobwechsel, die häufig mit höheren Lohnforderungen einhergehen, hätten zeitweise etwa ein Fünftel des Preisanstiegs ausgemacht.

Mehr zum Thema: Amerikas Rekord-Inflation befeuert das Wohnungsproblem

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