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Konjunktur Wirtschaft in der Euro-Zone erneut pessimistischer

Bei den Verbrauchern in der Euro-Zone herrscht weiter schlechte Stimmung. Positiv überraschen können die Franzosen – doch das wird kaum so bleiben.

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Stimmung der Euro-Zone erneut schlechter – Frankreich überrascht Quelle: dpa

Brüssel, Berlin, Paris Die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone hat sich im November den elften Monat in Folge eingetrübt. Das Barometer sank um 0,2 auf 109,5 Punkte, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit anderthalb Jahren.

In den einzelnen Teilbereichen gab es sehr unterschiedliche Entwicklungen: Bei den Verbrauchern verschlechterte sich die Stimmung deutlich, während sie bei Dienstleistern und in der Baubranche kaum verändert war. In der Industrie zeigte das Barometer sogar nach oben, ebenso bei Einzelhändlern.

Auch auf Länderebene gab es keine einheitliche Entwicklung. Für Deutschland wurde ein schwacher Anstieg ermittelt, in Italien dagegen ein starker Rückgang.

Überraschend kauffreudig zeigten sich zuletzt die Franzosen. Ihre Konsumausgaben stiegen im Oktober um 0,8 Prozent zum Vormonat, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist im dritten Quartal um 0,4 Prozent gewachsen, bestätigten die Statistiker zudem eine frühere Schätzung.

Ob die Franzosen in Kauflaune bleiben, ist aber fraglich. Das Verbrauchervertrauen ist kurz vor Beginn der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts so schlecht wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Der Umfrage zufolge sorgen sich wieder mehr Franzosen vor einer höheren Arbeitslosigkeit, während zugleich eine höhere Besorgnis über die Inflation geäußert wurde. Angesichts steigender Benzinpreise ist es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Protesten in Frankreich gekommen.

Belastungen für die Konjunktur

Die EU-Kommission sagt Frankreich für das zu Ende gehende Jahr ein Wachstum von 1,7 Prozent voraus, das sich 2019 auf 1,6 Prozent abkühlen soll. 2017 hatte es noch zu 2,2 Prozent gereicht.

Das Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion insgesamt dürfte 2018 um 2,1 Prozent, 2019 um 1,9 Prozent und 2020 um 1,7 Prozent zulegen, prognostiziert Kommission. Im Frühjahr hatte sie noch 2,3 Prozent für das laufende und 2,0 Prozent für das kommende Jahr vorausgesagt. Zunehmende Handelshürden, der nahende EU-Austritt Großbritanniens und die schwächere Weltwirtschaft belasten derzeit die Konjunktur.

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