WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Konjunkturboom und Niedrigzinsen Neuer KfW-Chef stimmt auf mehr Bescheidenheit ein

Die staatliche Förderbank vergibt etwas weniger Mittel und der Gewinn schrumpft – und setzt mehr auf Zukunftsinvestitionen.

In Deutschland verringerte die KfW ihre Förderung um etwa 6 Prozent 51,8 Milliarden Euro. Quelle: dpa

Frankfurt/MainDie staatliche KfW hat im vergangenen Jahr weniger Fördergelder vergeben und weniger Gewinn gemacht. „Alles wird ein bisschen bescheidener sein“, sagte der neue Vorstandschef Günther Bräunig am Montag in Frankfurt. Der Konzerngewinn werde wie angekündigt etwas niedriger ausfallen als im Jahr zuvor. 2016 hatte die KfW beim Überschuss knapp die Marke von zwei Milliarden Euro überschritten, obwohl üppige Gewinne nicht das Hauptziel der Förderbank sind.

Im vergangenen Jahr sagte das Institut, das dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) gehört, Kredite in Höhe von 76,5 Milliarden Euro zu (Vorjahr: 81,0 Milliarden Euro). In Deutschland verringerte die KfW angesichts der robusten Wirtschaftsentwicklung und des guten Finanzierungsumfeldes ihre Förderung um etwa 6 Prozent 51,8 Milliarden Euro. „Das Fördervolumen ist wichtig, aber nicht primär auf Wachstum ausgerichtet“, sagte Bräunig. Wichtig sei es, neue Förderthemen zu entwickeln. Das Gesamtvolumen dürfte in diesem Jahr in ähnlicher Größenordnung liegen wie 2017.

„Wenn das Finanzierungsumfeld und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen so gut sind wie derzeit, konzentrieren wir uns als Förderbank stärker auf Felder mit besonderer Zukunftsrelevanz“, erläuterte Bräunig. So fragten beispielsweise mittelständische Unternehmen den Angaben zufolge die zinsgünstigen Kredite der Förderbank insbesondere in den Bereichen Innovation, Digitalisierung und Energieeffizienz nach.

Bräunig steht seit Anfang des Jahres an der Spitze der staatlichen Förderbank. Er ist Nachfolger von Ulrich Schröder, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt Ende 2017 niederlegt hatte. Er plane keinen Strategiewechsel, wolle aber neue Akzente setzen, sagte Bräunig. Als Beispiele nannte er die Themen Nachhaltigkeit und Wagniskapitalfinanzierung. Ihr Angebot an Wagniskapital will die Förderbank in einer neuen Beteiligungstochter bündeln.

Als Konsequenz aus einer milliardenschweren Überweisungspanne im Februar 2017 hat die KfW Bräunig zufolge ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen. Durch einen Fehler bei Arbeiten an der IT waren damals fälschlicherweise 7,6 Milliarden Euro an vier große Banken transferiert worden. Das Geld war am nächsten Tag wieder zurückgeholt worden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%