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Konsolidierungsschritte Rheinische Sparkassen wollen Fusionen im öffentlichen Lager vorantreiben

Der Präsident des Sparkassenverbands RSGV hofft auf Zusammenschlüsse der Bausparkassen innerhalb der öffentlich-rechtlichen Gruppe.

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Die rheinischen Sparkassen haben 2020 unter anderem wegen eines gesunkenen Zinsüberschusses weniger Gewinn geschrieben. Quelle: dpa

Die rheinischen Sparkassen setzen nach der Zusammenlegung der Provinzial-Versicherungen auf weitere Konsolidierungsschritte im öffentlichen Lager. „Das Thema Synergieeffekte bei den Beteiligungen bleibt für uns weiterhin auf der Tagesordnung“, sagte der Präsident des Sparkassenverbands RSGV, Michael Breuer, am Mittwoch in Düsseldorf. „Ganz konkret geht es um die LBSWest.“

Er hoffe auf Zusammenschlüsse der Bausparkassen innerhalb der öffentlich-rechtlichen Gruppe und hoffe, in Kürze konkrete Ergebnisse verkünden zu können.

Der RSGV sei zudem bereit, DSGV-Präsident Helmut Schleweis bei einem neuen Anlauf für eine Konsolidierung im Lager der Landesbanken zu unterstützen, sagte Breuer. Dabei könne auch die Fondsgesellschaft Deka eine Rolle spielen. Der RSGV werde gute Konzepte „nicht blockieren“.

Schleweis trommelt seit Jahren für ein Spitzeninstitut der Sparkassen, stößt damit aber auch in den eigenen Reihen auf Widerstand. Zuletzt war geplant, dass die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Fondsgesellschaft Deka fusionieren. Dies sollte ein Nukleus für ein Sparkassen-Zentralinstitut sein, an dem sich andere Landesbanken beteiligen könnten. Die Gespräche sind aber wegen der Corona-Pandemie auf Eis gelegt worden.

Die rheinischen Sparkassen hatten 2020 unter anderem wegen eines gesunkenen Zinsüberschusses weniger Gewinn geschrieben. Unter dem Strich verdienten die Institute insgesamt knapp 173 (Vorjahr: 188) Millionen Euro. Auch beim RSGV stiegen die Kundeneinlagen rasant an, weil die Verbraucher in der Pandemie weniger etwa für Urlaube oder Restaurant-Besuche ausgeben.

Der Gesamtbestand der Kundeneinlagen erhöhte sich 2020 um 8,9 Milliarden Euro auf 138,5 Milliarden Euro. Zu viele Einlagen sind für Banken schwierig, da sie bei der EZB für überschüssige Liquidität Strafzinsen zahlen müssen. Dafür könnte auch der RSGV Kunden zur Kasse bitten. „Sparkassen haben lange Zeit versucht, ihre Kundschaft vor Verwahrentgelten zu bewahren“, sagte RSGV-Geschäftsführer Thomas Pennartz. „Aber diese Situation können auch Sparkassen auf Dauer nicht ignorieren.“

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