Kreative Gebühren für Online-Banking Diese Sparkasse kassiert pro Klick

Kontoführungsgebühren? Kennt man inzwischen. Überweisungsentgelte? Ein alter Hut. Die Sparkasse Soest bittet ihre Kunden kreativ zur Kasse – und verlangt pro Klick beim Online-Banking einen kleinen Geldbetrag.

Wer seinen Kontostand gratis abrufen möchte, sollte zur Filiale gehen – zumindest als Kunde der Sparkasse Soest. Quelle: dpa

DüsseldorfOb Kontoführungsgebühren, negative Guthabenzinsen oder Überweisungsentgelte: In Zeiten niedriger Zinsen ringen die Banken im Privatkunden-Geschäft um jede Einnahmequelle. Die Sparkasse Soest dagegen verfolgt ein ungewöhnliches Modell: Wer die Online-Banking-Funktion des Instituts nutzt, zahlt für jeden einzelnen Klick – bislang betrug diese Gebühr einen Cent pro Klick. Wie das Lokalblatt „Soester Anzeiger“ berichtet, soll der Betrag nun verdoppelt werden.

Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigte sich der Zeitung gegenüber erstaunt: „Von so einer Regelung habe ich noch nie etwas gehört.“ Das Institut selbst dagegen will in dem Vorgang nichts Ungewöhnliches erkennen. „Dass Kunden so eine Gebühr bezahlen, ist nichts Neues“, erklärte ein Sprecher der Soester Sparkasse dem Blatt auf Anfrage.

Es gibt allerdings eine Einschränkung: Wer die Variante mit einer pauschalen Kontoführungsgebühr in Höhe von fünf Euro gewählt hat, muss demnach für einzelne Klick nichts mehr bezahlen. Die Gebühr betrifft so lediglich Kunden, die sich für die günstigere Variante für 3,50 Euro pro Monat entschieden haben.

Der Sparkassen-Sprecher begründet die Gebühren mit „technischen Prozessen“ die im Hintergrund ausgelöst würden und mit Kosten verbunden seien. Wer seinen Kontostand gratis erfahren möchte, muss also seiner Filiale einen Besuch abstatten – und dort einen kostenlosen „technischen Prozess“ beim Kontoauszugsdrucker auslösen.

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