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Kreditinstitut EZB stellt italienische Banca Carige unter Zwangsverwaltung

Im Fall der angeschlagenen Banca Carige greift die EZB zu harten Maßnahmen. Damit will sie dafür sorgen, dass die Bank ihre Kapitalvorschriften wieder erfüllt.

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Im Dezember scheiterte eine Kapitalerhöhung am Widerstand eines Großaktionärs. Quelle: dpa

Frankfurt Die EZB grefit beim angeschlagenen italienischen Kreditinstitut Banca Carige durch. Drei Interimsverwalter und ein Überwachungsausschuss ersetzen die Führung des Geldhauses, die zuvor zurückgetreten war, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch mitteilte.

Durch die Zwangsverwaltung wolle die EZB die Stabilität der Bank sicher stellen und dafür sorgen, dass sie die Kapitalvorgaben wieder erfüllt. Ende Dezember war eine 400 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung für das schwächelnde Institut, das von der EZB direkt beaufsichtigt wird, am Widerstand eines Großaktionärs gescheitert.

Die Entscheidung der EZB sorgte für Nervosität an den Finanzmärkten. Der italienische Bankenindex und der Index für die Banken der Euro-Zone fielen um jeweils rund 2,5 Prozent. Die Aktien von Carige wurden vom Börsenhandel ausgesetzt. Die EZB hatte vom Institut gefordert, ihr Kapital aufzupolstern und nach einem Fusionspartner Ausschau zu halten.

Die in Genua ansässige Banca Carige leidet unter der jahrelangen italienischen Konjunkturflaute und hat wie viele der heimischen Konkurrenten einen Berg an faulen Krediten angehäuft. Um krisenfester zu werden, hatte Italiens zehntgrößte Bank sich bereits von mehreren Geschäften getrennt. Beim jüngsten Stresstest der EZB war das Institut einem Zeitungsbericht zufolge als anfällig eingestuft worden.

Größter Anteilseigner der Bank ist die im Stahlgeschäft reich gewordene Familie Malacalza, die 27,6 Prozent hält. Sie hatte mehr als 400 Millionen Euro zum Aufbau ihres Anteils an der Bank investiert, der an der Börse mittlerweile nur rund 20 Millionen Euro wert ist.

Ende Dezember hatte sie die frische Kapitalerhöhung blockiert. Seit 2014 hatte Carige insgesamt 2,2 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt und im selben Zeitraum einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro angehäuft - hauptsächlich in Folge der Belastung durch faule Kredite.

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