Krisen Ifo-Institut sieht sinkende Kurzarbeit im März – aber einen Anstieg in der Industrie

Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter von der Coronakrise, nahezu in allen Bereichen sinkt die Kurzarbeit. Eine Ausnahme gibt es aber.

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In der Autoindustrie stieg die Kurzarbeit auf 4,5 Prozent an. Quelle: dpa

Die Zahl der Kurzarbeitenden ist im März auch wegen Corona-Lockerungen gesunken, in der von Materialengpässen geplagten Industrie aber gegen den Trend gestiegen. Insgesamt 620.000 Menschen waren demnach in Kurzarbeit und damit 65.000 weniger als im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ermittelte.

Das entspricht 1,8 Prozent der Beschäftigten, nach zuvor 2,0 Prozent. „Die Entwicklung war nicht überall gleich“, sagte Ifo-Experte Stefan Sauer. „In der Industrie stiegen die Zahlen, im Handel und im Gastgewerbe sanken sie.“

Im Gastgewerbe – das von den Corona-Lockerungen profitiert – sank die Zahl der Kurzarbeitenden von 215.000 auf 170.000, der Anteil von 20,2 auf 16,0 Prozent der Beschäftigten in dieser Branche. Im Einzelhandel gab es ebenfalls einen deutlichen Rückgang von 96.000 auf 56.000 oder von 3,9 auf 2,3 Prozent. In der Industrie ging es dagegen hoch von 122.000 auf 140.000 (2,0 Prozent), darunter in der Autoindustrie von 36.000 auf 43.000 (4,5 Prozent).

Viele Industriebetriebe berichten derzeit von zunehmenden Engpässen, die sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine teils noch verschärft haben: 80,2 Prozent klagten im März über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. 17 Prozent der Industriefirmen importieren den Ifo-Angaben zufolge aus Russland, das wegen des Krieges von westlichen Staaten mit harten Sanktionen belegt wurde.

Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatte die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bundesweit bei 134.000 gelegen, ehe sie im März 2020 wegen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie dann auf 2,6 Millionen gesprungen ist und im April 2020 den Rekordwert von sechs Millionen erreicht hat. Der vorherige Höchstwert während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise lag im Frühjahr 2009 bei 1,5 Millionen Kurzarbeitenden.

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