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Kritik an Deutschland Ifo-Institut verteidigt Leistungsbilanzüberschuss

Wirtschaftsforscher weisen die Kritik am deutschen Leistungsbilanzüberschuss zurück. Der Überschuss schade niemandem, so das Ifo-Institut. Zuletzt hatte US-Präsident Trump dieses Ungleichgewicht kritisiert.

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Der Ifo-Präsident erklärte, wie der Überschuss in den letzten Jahren entstanden ist. Quelle: dpa

München Das Ifo-Institut hält die Kritik an Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss für überzogen: „Der Überschuss schadet weder anderen Ländern noch Deutschland selbst“, erklärten die Wirtschaftsforscher am Freitag in München.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte: „Der Überschuss ist entstanden, weil Deutschland seit 2001 deutlich mehr gespart, mehr im Ausland investiert und die staatliche Neuverschuldung abgebaut hat, was angesichts seiner alternden Bevölkerung auch gut ist.“ Zwar würde mehr Nachfrage aus Deutschland Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit helfen. Aber ein geringerer Überschuss würde wegen geringerer Kapitalexporte die Zinsen erhöhen und hoch verschuldete Länder dadurch belasten.

Die Forscher betonten, der niedrige Ölpreis, der relativ schwache Euro-Kurs und die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank erhöhten den deutschen Überschuss. Um dem Überschuss entgegenzuwirken, plädieren die Wirtschaftsforscher dafür, die Investitionen mit einer Reform der Unternehmenssteuern anzukurbeln.

Dass Deutschland deutlich mehr exportiert als im Ausland eingekauft wird, sorgt bei Handelspartnern immer wieder für Kritik. Besonders scharfe Töne wegen dieses Ungleichgewichts kamen in jüngster Vergangenheit von US-Präsident Donald Trump.

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