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Kritik von Moody's Druck auf NordLB verstärkt sich

Die Kapitalquoten haben sich zwar verbessert, doch für Ratingagentur Moody’s gibt es bei den Zahlen der NordLB genug zu bemängeln.

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Die NordLB steht nach den Zahlen vom Dienstag unter Druck. Quelle: Stefan Kroeger / VISUM

Die Ratingagentur Moody’s hat die am Dienstag veröffentlichten Bilanzzahlen der NordLB kritisch unter die Lupe genommen. Nur wegen einmaliger Einmal- und Sondereffekte konnte die Bank 2017 ein positives Vorsteuerergebnis von 195 Millionen Euro ausweisen, schreiben die Bonitätswächter in ihrer Bewertung.

Würde man die Sondereffekte außen vor lassen, hätte die Bank einen Vorsteuerverlust von 333 Millionen Euro ausgewiesen – nach einem Verlust von rund zwei Milliarden Euro im Jahr 2016. Aufgrund hoher Risikovorsorge für ausfallgefährdete Schiffskredite verbuchte die Bank zwei Quartale hintereinander Verluste.

„Auch wenn sich die Kapitalquoten verbessert haben, bleiben die anstehenden Aufgaben herausfordernd“, urteilt die Moody’s-Analystin Katharina Barten. Damit weist die Ratingagentur in erster Linie auf den geplanten Abbau der faulen Schiffskredite ab. Vorstandschef Thomas Bürkle hat am Dienstag angekündigt, die faulen Schiffskredite von derzeit 8,2 Milliarden Euro bis 2019 auf unter fünf Milliarden Euro zu drücken.

Mit der jüngsten Analyse ist zwar keine Rating-Entscheidung verbunden, doch die Alarmglocken dürften bei der Bank und ihren Eignern schrillen. Zwar erfüllt die derzeitige Kernkapitalquote von 12,2 Prozent alle aufsichtsrechtlichen Bedingungen, doch aus eigener Kraft dürfte es der Bank schwer fallen, diese zu steigern.

Bürkle selbst hält eine Kernkapitalquote von mindestens 13 Prozent für erforderlich, um ein besseres Rating zu erzielen. Parallel dazu müsste die Quote für ausfallgefährdete Schiffskredite im Vergleich zum Kundenkreditvolumen auf drei Prozent sinken.

Moody’s macht bei der Absicherung von ausfallgefährdeten Krediten eine etwas andere Rechnung auf als die NordLB. Nach Auffassung der NordLB sind die faulen Schiffskredite in Höhe von 8,2 Milliarden Euro zu 88 Prozent abgesichert. Dabei fließen die aktuellen Schiffswerte mit ein.

Die berücksichtigt Moody’s nicht und kritisiert, dass die Abdeckungsquote von 46 Prozent auf 39 Prozent gefallen sei. Zudem kritisieren die Bonitätswächter die „anhaltend hohen Kosten“. Die Bank räumte am Dienstag selbst ein, dass sie hier hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben sei.

Noch haben sich die Eigner, zu den größten gehören das Land Niedersachsen und der niedersächsische Sparkassenverband, auf keine konkreten Maßnahmen zur Kapitalverstärkung verständigt. Diskutiert werden ein Kapitalzuschuss des Landes Niedersachsen und ein möglicher Einstieg von Finanzinvestoren. Für diesen Zweck müsste die NordLB allerding in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Allzu viel Zeit haben die Akteure nicht mehr. Denn bereits seit dem vergangenen Jahr hat Moody’s die langfristigen vorrangigen unbesicherten Verbindlichkeiten der Bank herabgestuft – auf einen Rang vor dem Ramsch-Status. Und mit einem negativen Ausblick versehen.

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