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Kryptowährung HSBC geht auf Distanz zu Bitcoin & Co

Europas größte Bank äußert sich kritisch gegenüber Spekulationen mit Kryptowährungen. Die HSBC wolle niemanden unterstützen, der mit Bitcoin & Co. spekuliert. Die Risiken seien zu hoch, erklärt die Deutschlandchefin.

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Ebenso wie viele Politiker und Notenbanker warnen auch Banken zunehmend vor den Risiken von Kursschwankungen. Quelle: Reuters

Frankfurt Die Großbank HSBC geht auf Distanz zu Cyberwährungen wie Bitcoin. „HSBC wird niemanden begleiten und unterstützen, der mit Bitcoin spekulieren will“, sagte die Deutschland-Chefin der größten europäischen Bank, Carola von Schmettow, in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Weder verarbeitet HSBC Zahlungen in virtuellen Währungen noch übernimmt HSBC Bankdienstleistungen für Bitcoin-Börsen.“

Der Kurs für einen Bitcoin war in den vergangenen Tagen auf über 20.000 Dollar gestiegen, dann aber wieder eingebrochen. Politiker, Notenbanker und Aufseher warnen wegen der kräftigen Schwankungen vor Spekulationen auf weitere Kursgewinne. Privatleute könnten im schlimmsten Fall ihr gesamtes Vermögen verlieren.

An einigen US-Börsen sind mittlerweile Wetten auf Bitcoin über Terminkontrakte - sogenannte Futures - möglich. Damit etabliert sich die Internet-Währung immer mehr. Viele Experten sehen das kritisch, andere erkennen darin eher eine Möglichkeit, sich an den Finanzmärkten gegen den Bitcoin-Hype zu positionieren.

Die meisten Fachleute erwarten bislang nicht, dass die Bitcoin-Euphorie bei einem Platzen der Spekulationsblase negativ auf die Volkswirtschaft durchschlägt. Auch HSBC-Deutschland-Chefin von Schmettow sieht dafür nur ein geringes Risiko: „Eine echte Krise infolge der Bitcoin-Spekulation ist eher unwahrscheinlich, dafür ist der Einfluss auf die Realwirtschaft zu begrenzt.“

Sorgen bereitet ihr allerdings, dass Bitcoin & Co für illegale Machenschaften missbraucht werden können: „Die Gefahr ist groß, dass Bitcoins für kriminelle Geschäfte im Darknet benutzt werden. Damit habe ich ein ernsthaftes ethisches Problem, denn das ist sicherlich nicht im Interesse der Gesellschaft“, so die Managerin und Kapitalmarktexpertin, die 2015 die Leitung von HSBC in Deutschland übernahm.

Damit die Bank hierzulande fit für die Digitalisierung wird, will sie alleine 2018 rund 100 Millionen Euro ausgeben - mehr als doppelt so viel wie in diesem Jahr. Ein erklecklicher Teil davon geht in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Commerzbank, für die HSBC ab 2020 die Wertpapierabwicklung übernimmt.

In der Zusammenarbeit von Banken oder der Spezialisierung sieht von Schmettow für viele Institute einen erfolgversprechenden Weg in die Zukunft. Skeptisch bleibt die Top-Bankerin beim Thema Fusionen oder Übernahmen.

Die meisten Geldhäuser bräuchten nach der Finanzkrise einfach noch mehr Zeit, um ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen: ˜Wenn Sie daheim nicht aufgeräumt haben, dann laden Sie normalerweise auch keinen Interessenten für Ihre Wohnung ein.“ Feststeht für von Schmettow aber auch, dass die Zeit für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse kommen wird: „Der Druck wird steigen – auf alle.“

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