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Kundenaufsicht Mangelnde Kooperation – Deutsche Bank setzt Russlands Regierung eine Frist

Internationale Bankaufseher sind besorgt über die Kundenkontrolle der Deutschen Bank. Jetzt greift das Geldhaus aber gegen Russland durch.

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Deutsche Bank könnte Russland-Beziehungen beenden Quelle: AP

Frankfurt/Moskau Die Deutsche Bank droht der russischen Regierung gedroht, die Geschäftsbeziehungen zu ihr einzustellen. Das geht laut der Nachrichtenagentur Bloomberg aus einem Schreiben von Investmentbanking-Chef Garth Ritchie hervor. Grund sollen die „Know Your Customer“-Regeln der Bank sein.

Laut diesen müssen Kundeninformationen regelmäßig aktualisiert werden, um die Aufsichtsbehörden zufriedenzustellen. Offenbar hat die russische Regierung dafür benötigte Dokumente noch nicht vorgelegt.

„Die Deutsche Bank überprüft derzeit die Produkte, die die russische Regierung bei unserer Londoner Niederlassung hat“, schreiben Ritchie und Firmenanwalt Alex Scott-Gall in dem auf den 27. Juni datierten Schreiben. Melde sich die Regierung nicht innerhalb von 30 Tagen zurück, wolle die Deutsche Bank mit Ablauf bestehender Transaktionen die Geschäftsbeziehungen beenden.

Internationale Aufsichtsbehörden sorgen sich seit langem über die laxe Kundenkontrolle der Deutschen Bank. Das Kreditinstitut räumte vor kurzem ein, dass die „Know Your Customer“-Prozesse zu kompliziert seien. Im vergangenen Jahr wurde die Bank von britischen und US-amerikanischen Behörden wegen Compliance-Versäumnissen mit einer Strafe belegt.

Laut dem New Yorker Department of Financial Services hätten die Methoden der Deutschen Bank Geldwäsche erleichtert und wohlhabenden Russen womöglich geholfen, etwa zehn Milliarden US-Dollar aus dem Land zu bringen.

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