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Landesbank LBBW will bei Super-Landesbank nicht mitmachen

Die LBBW konnte den Gewinn 2018 steigern. Die Landesbank beteiligt sich zwar an der Rettung der NordLB, hält aber nichts von einer Großfusion.

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Der LBBW-Vorstandschef zeigt sich zufrieden mit den aktuellen Gewinnzahlen seines Hauses. Quelle: dpa

Stuttgart Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will bei einem von Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis vorgeschlagenen Mega-Institut nicht mitmachen - zumindest nicht aktuell. Er habe bislang noch kein überzeugendes Argument für ein solches Spitzeninstitut des öffentlich-rechtlichen Bankensektors gehört, das im Interesse der Träger der LBBW sei, sagte deren Vorstandschef Rainer Neske am Donnerstag in Stuttgart.

Sein Ziel sei es, „diese Bank weiterzuentwickeln, aber immer offen zu sein“ für neue Optionen. Zwei der drei Träger der größten deutschen Landesbank, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart, hatten sich zuletzt klar gegen den Plan von Schleweis gestellt. Die Sparkassen im Südwesten sind offener.

Schiere Größe sei für eine Bank keineswegs immer von Vorteil und schon gar kein Selbstzweck, erklärte Neske, der vor seinem Wechsel nach Stuttgart das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank geleitet hatte. Nach der Privatisierung der HSH im Norden und der Rettung der NordLB in Hannover hätten die drei verbliebenen starken Landesbanken - LBBW, BayernLB und Helaba für Hessen und Thüringen - noch genügend Möglichkeiten für eine gewinnbringende Zusammenarbeit, ohne gleich verschmelzen zu müssen.

Eine Konsolidierung sei nicht immer eine Erfolgsgeschichte, warnte Neske. „Wenn sie die drei Landesbanken zusammenbauen, haben sie eine Bank, die kleiner wäre als die Commerzbank, von der ja schon gesagt wird, sie wäre zu klein, um zu bestehen.“

Der Präsident des Sparkassenverbands Hessen-Thüringen, Gerhard Grandke, stellte sich dagegen am Donnerstag hinter die Idee einer Super-Landesbank. „Wir würden uns konstruktiv darauf einlassen“, sagte er in Frankfurt. Wenn man ein solches Spitzeninstitut richtig aufstelle, habe es unter dem Strich geringere Risiken als die heutigen einzelnen Landesbanken.

Neske bestätigte, dass sich die LBBW mit rund 80 Millionen Euro an der Rettung der NordLB beteiligt. Zum zukünftigen Geschäftsmodell des Instituts in Hannover wollte er nichts sagen. Es handele sich um „komplexe Gespräche“, die in den nächsten Wochen geführt würden.

Die Sparkassen dringen auf eine deutliche Verkleinerung der NordLB, etwa durch den Verkauf einzelner Bereiche, nicht zuletzt um ein EU-Beihilfeverfahren abzuwenden. Ob die LBBW bei der Deutschen Hypo, einem der Filetstücke der NordLB, zuschlagen wird, ließ Neske offen. Die alten und neuen Eigentümer der Niedersachsen kündigten am Donnerstag an, dass sie den Immobilienfinanzierer aus dem Konzern herauslösen und zum Verkauf stellen wollen.

Die LBBW selbst hat 2018 dank einer stärkeren Kreditvergabe und weniger Verwaltungskosten ihren Gewinn abermals gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern kletterte um acht Prozent auf 558 Millionen Euro. Nach Steuern blieben davon 420 (Vorjahr: 419) Millionen Euro übrig. An die Träger sollen rund 250 Millionen Euro ausgeschüttet werden. Wichtigste Gewinntreiber waren das Geschäft mit Unternehmen und der Immobilienbereich.

Wichtigste Gewinntreiber waren das Geschäft mit Unternehmen und der Immobilienbereich. Während das Kapitalmarktgeschäft unter den Schwankungen an den Börsen litt und einen deutlichen Gewinnrückgang verkraften musste, kehrte das Privatkundengeschäft in die schwarzen Zahlen zurück. Für 2019 rechnet Neske abermals mit einem Vorsteuergewinn „in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags“, und dies voraussichtlich über Vorjahresniveau.

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