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Landesbank Niedersachsen bringt 137 Millionen Euro Kapital in NordLB ein – Anteil steigt auf 55 Prozent

Das Land Niedersachsen verbessert das Finanzpolster der NordLB. Gebühren, die die Landesbank zahlt, fließen zurück in das Institut.

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Die Landesbank musste wegen hoher Verluste durch faule Schiffskredite vor dem Aus bewahrt werden. Quelle: dpa

Der Mehrheitsaktionär Niedersachsen bringt Kapital in die NordLB ein und stärkt damit das Finanzpolster der Landesbank in der Coronakrise. Das Landeskabinett in Hannover beschloss am Dienstag, 137 Millionen Euro, die die Bank zuvor an Garantiegebühren an das Land gezahlt hat, wieder in das Institut zu stecken.

Diesen Schritt hat die EU mit Blick auf Staatshilfen ihm Rahmen der NordLB-Rettung Ende 2019 bereits genehmigt. Dadurch steigt der Anteil Niedersachsens an der NordLB von 52,98 Prozent auf 55,15 Prozent.

Die Hannoveraner NordLB musste wegen hoher Verluste durch faule Schiffskredite mit einem Rettungspaket der Eigentümer von 3,6 Milliarden Euro vor dem Aus bewahrt werden. Niedersachsen schoss 1,5 Milliarden Euro zu, Sachsen-Anhalt rund 200 Millionen Euro und das Sparkassen-Lager gut 1,1 Milliarden Euro. Zudem stellt Niedersachsen Garantien über rund fünf Milliarden Euro für Kredite bereit, die das Kapital der Bank um 800 Millionen Euro entlasten.

Als Gegenleistung muss die NordLB dafür Gebühren zahlen. Um die Bank durch diesen Kapitalabfluss nicht zu schwächen, haben die anderen NordLB-Eigner wie die Sparkassen darauf gepocht, dass das Geld wieder zurück in die Bank fließt. Dies soll künftig immer zum Jahresende geschehen.

„Auch in der aktuellen Wirtschaftskrise zeigt sich, dass der von der Europäischen Union geprüfte Business Plan für eine schlanke NordLB funktioniert“, sagte der niedersächsische Finanzminister und NordLB-Aufsichtratschef Reinhold Hilbers. „Wir halten gegenüber den anderen Trägern unser Wort und führen die empfangenen Garantiegebühren der Bank als Stammkapital zu.“ Der Anteil der landeseigenen Beteiligungsgesellschaft HanBG liegt künftig bei 12,23 Prozent, die Niedersachsen Invest hält dann 42,92 Prozent an der Landesbank.

Die NordLB soll nun kleiner werden und die Bilanzsumme von rund 129 Milliarden Euro bis 2024 auf rund 95 Milliarden Euro schrumpfen. Zudem soll die Zahl der Beschäftigten auf rund 2800 etwa halbiert werden. Für 2020 rechnet die NordLB mit einem Verlust und erwartet auch für das nächste Jahr vor allem wegen der Virus-Pandemie noch Gegenwind.

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