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Landesbank NordLB-Chef schließt künftigen Bedarf von Kapitalerhöhung nicht aus

Nach dem Rekordverlust aus dem letzten Jahr schließt die Nord LB eine Kapitalspritze ihrer Eigner nicht aus. Die Kapitalquote sei zufriedenstellend, reiche auf Dauer aber nicht aus. Aktuell sei dies aber kein Thema.

Landesbanken haben es schwer, an frisches Geld zu kommen. Quelle: dpa

Hannover/BerlinDie NordLB hält mittelfristig eine Kapitalspritze ihrer Eigner für möglich. „Ich kann es nicht ausschließen“, sagte NordLB-Chef Thomas Bürkle am Dienstagabend in Hannover. „Wir haben akut kein Kapitalthema“, betonte der Manager zwar. Die Kapitalquote von rund zwölf Prozent sei derzeit gut und bringe die Bank in sicheres Terrain. „Das reicht aber noch nicht“, räumte Bürkle ein.

Der Markt, die Ratingagenturen, die Eigentümer und mitunter auch die Aufsicht erwarteten mehr. Für ihr Geschäftsmodell bräuchte die Bank eine Kernkapitalquote von rund 13 Prozent, sagte Bürkle. „So schnell es eben geht streben wir das an.“

Die NordLB ist einer größten Schiffsfinanzierer der Welt und verbuchte wegen der kriselnden Schiffsbranche 2016 einen Rekordverlust von rund zwei Milliarden Euro. Deshalb bauen die Hannoveraner nun ihre faulen Kredite sowie Risikoaktiva ab und stärken ihre Kapitalbasis.

Bürkle sagte, die mehrheitlich von Niedersachsen kontrollierte Landesbank wolle möglichst ohne zusätzlich Mittel ihrer Eigner auskommen. „Wir tun alles dafür, damit wir nicht die Hand heben müssen.“

Anders als private Institute können Landesbanken kaum über den Kapitalmarkt Geld einsammeln. Finanzspritzen staatlicher Eigentümer ziehen meist wegen unerlaubter Beihilfe Auflagen der EU-Wettbewerbshüter nach sich. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein etwa müssen deshalb die HSH Nordbank bis Ende Februar 2018 verkaufen.

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