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Landesbank NordLB verhandelt offenbar exklusiv mit Cerberus über Schiffskredite

Einem Bericht zufolge ist der US-Finanzinvestor in exklusiven Verhandlungen um ein Portfolio namens „Big Ben“ von rund 2,5 Milliarden Euro.

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Die Bank mache derzeit große Fortschritte bei dem Vorhaben, ihren Bestand notleidender Schiffsdarlehen bis Ende 2019 auf unter fünf Milliarden Euro zu senken. Quelle: dpa

Berlin Die nach Kapital suchende NordLB kommt beim Verkauf ihrer faulen Schiffskredite Insidern zufolge voran. Der US-Finanzinvestor Cerberus sei in exklusiven Verhandlungen um ein Portfolio namens „Big Ben“ von rund 2,5 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von mehreren mit der Sache vertrauten Personen erfuhr.

Für ein größeres Paket über etwa vier Milliarden Euro („Tower Bridge“) liegen demnach mehrere finale Angebote vor – etwa von Beteiligungsfirmen wie Cerberus und Lone Star und dem Hedgefonds Davidson Kempner. Ein NordLB-Sprecher lehnte einen Kommentar ab. Er bekräftigte aber, die Bank mache derzeit große Fortschritte beim Vorhaben, ihren Bestand notleidender Schiffsdarlehen bis Ende 2019 auf unter fünf Milliarden Euro zu senken.

Reuters hatte bereits vorige Woche berichtet, dass die Gespräche zu den beiden Portfolien über insgesamt rund 6,5 Milliarden Euro weit fortgeschritten seien. Gelingt der Verkauf, wäre die Landesbank ihre faulen Schiffskredite möglicherweise schon zum Jahreswechsel weitgehend los.

Der Deal hängt aber entscheidend vom Verkauf eines Minderheits- oder Mehrheitsanteils an der NordLB selbst ab. Hier läuft seit Wochen ein paralleles Bieterverfahren. Die sechs Interessenten müssen Finanzkreisen zufolge am 28. November verbindliche Angebote abgeben. Im Rennen sind laut Insidern neben der Commerzbank und der Helaba auch Finanzinvestoren wie Cerberus, Apollo und Advent.

Seit Monaten suchen die Träger – die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und diverse Sparkassen – nach Wegen, die Kapitalpolster der Bank zu stärken. Im Gespräch war zuletzt ein Kapitalbedarf von insgesamt rund drei Milliarden Euro. Dieser hängt ab vom Verkauf der Schiffskredite und dem Abschlag dabei. Reuters hatte von Insidern jüngst erfahren, dass sich der Preis auf 30 bis 40 Prozent des Nominalwertes belaufen könnte. Demnach würde sich abzüglich der Rückstellung der Bank bei den Schiffsdarlehen insgesamt ein Kapitalbedarf von rund einer Milliarde Euro ergeben.

Das Land Niedersachsen ist mit knapp 60 Prozent größter NordLB-Eigner. Die niedersächsischen Sparkassen halten gut 26 Prozent und Sachsen-Anhalt fast sechs Prozent.

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