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Landesbank Verkauf der HSH-Nordbank ist abgeschlossen

Aus der kleinen HSH Nordbank ist ein Milliardengrab geworden. Jetzt ziehen die Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein einen Schlussstrich.

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Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die Bank bis zum 28. Februar auf Druck der EU verkaufen. Quelle: action press

Hamburg/Berlin Die HSH Nordbank wird als erste deutsche Landesbank privatisiert. Der Verkauf an Finanzinvestoren um Cerberus und J.C. Flowers für rund eine Milliarde Euro sei notariell besiegelt worden, teilten die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein als scheidende Eigentümer am Mittwoch mit.

Wegen hoher Belastungen für die Länderhaushalte sei es „wahrlich kein Tag zum Jubeln, aber doch ein Tag der Erleichterung“, erklärte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel. Seine Kieler Kollegin Monika Heinold sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, man ziehe einen Schlussstrich unter ein langes wie schmerzhaftes Kapitel. „Durch eine verantwortungslose Expansionsstrategie und eine lange Kette von Fehlern ist aus einer kleinen Landesbank ein Milliardengrab geworden.“

Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die Bank bis zum 28. Februar auf Druck der EU verkaufen. Die HSH war durch die Finanzkrise und die Misere in der Schifffahrt in Schieflage geraten. Die Länder hatten das Institut mit einer Garantie von zehn Milliarden Euro und einer Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro vor dem Aus gerettet. Heinold erwartet einen Verlust von 5,5 bis sieben Milliarden Euro für die Steuerzahler in Schleswig-Holstein. „So ein Desaster darf sich nicht wiederholen.“ Hamburgs Belastungen dürften ähnlich sein.

Der HSH selbst steht unter den neuen Eignern eine Rosskur bevor. Konzernchef Stefan Ermisch hat wiederholt betont, dass die Bank mit schlankeren Strukturen und spürbar profitabler arbeiten soll. Insidern zufolge könnte die Zahl der Vollzeitstellen von 1720 Ende September mittelfristig deutlich unter 1300 fallen. Die Bank tritt künftig unter dem Namen „Hamburg Commercial Bank“ (HCOB) am Markt auf.

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