Landesbanken NordLB kehrt in schwarze Zahlen zurück

Nach einem Rekordverlust von rund zwei Milliarden Euro im Jahr 2016 ist die NordLB im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Wird es zu einer weiteren Herabstufung der Bonität kommen? Quelle: Westend61 RM / vario images

HannoverDie NordLB hat im vergangenen Jahr wieder einen Gewinn erzielt. Trotz einer kräftigen Risikovorsorge von 986 Millionen für Schiffskredite Euro erzielt die nach der Bilanzsumme drittgrößte Landesbanken einen Vorsteuergewinn von 195 Millionen Euro. Das Schifffahrtsportfolio verringerte sich im Jahresverlauf von 16,8 Milliarden Euro auf 12,1 Milliarden Euro. „Die Bank ist wieder profitabel und konnte ihre Kapitalquoten nach oben führen“, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle.

Gleichwohl steht die NordLB unter Druck. Mit einer Kernkapitalquote von aktuell 12,2 Prozent rangiert die Landesbank im Vergleich zur BayernLB, Landesbank Hessen-Thüringen und Landesbank Baden-Württemberg an letzter Stelle. Die anderen Institute weisen eine Kernkapitalquote von mehr als 15 Prozent aus.

Noch ist die Lage nicht bedrohlich, weil die NordLB die aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt.  Doch eine weitere Herabstufung der Bonität durch die Ratingagentur Moody’s , die im vergangenen Jahr die langfristigen vorrangigen unbesicherten Schulden der Bank von „Baa2“ auf „Baa3“ senkte, könnte das Geschäftsmodell teilweise in Frage stellen. Die NordLB ist nur noch einen Rang vom Junk-Status entfernt. Der Ausblick ist negativ. Wenn sich die Refinanzierung verteuert, verringert sich die Rendite.

Schon seit Monaten ringen die Eigner darum, wie die Kapitalschwäche behoben werden kann. „Keine Denkverbote“ soll es dabei geben, lautet die Parole von Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers (CDU), in Personalunion Finanzminister des Landes Niedersachsen. Niedersachsen ist mit 59 Prozent Mehrheitseigner der Landesbank, weitere knapp 26 Prozent halten die niedersächsischen Sparkassen.

Von Hilbers selbst wurde die Idee verworfen, sich von der profitablen Immobilien-Tochter Deutsche Hypo  zu trennen. Immer stärker in den Fokus rückt dagegen eine Kapitalspritze durch das Land Niedersachsen. Um kein Beihilfeverfahren mit der EU-Kommission zu riskieren, das mit harten Auflagen einher gehen dürfte, müsste die Kapitalstärkung nach kapitalmarktüblichen Bedingungen erfolgen, um den Wettbewerb nicht zu verzerren.

Parallel könnte sich die NordLB für einen Einstieg von Finanzinvestoren wappnen. Vorbild ist dabei die HSH Nordbank, die von Cerberus und J.C. Flowers übernommen wird. Allerdings müsste sich die NordLB dafür erst einmal die formalen Voraussetzungen schaffen, sprich, sich von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Der Einstieg von Finanzinvestoren ist für die NordLB allerdings alles andere als trivial. Schließlich gehört auch die Braunschweigische Landessparkasse zum NordLB-Konzern. Eine indirekte Beteiligung von Finanzinvestoren an einer Sparkasse dürfte für großen Unmut in der Sparkassen-Finanzgruppe sorgen.

So halten es Insider für nicht undenkbar, dass die Landesbank vor einem größeren Umbau stehen könnte, der sogar zu einer Abspaltung von Geschäftsaktivitäten führen könnte. „Wir prüfen verschiedene Modell, auch Kapitalstärkungsmaßnahmen. Aber noch haben wir uns nicht festgelegt“, sagt Aufsichtsratschef Hilbers zu den Spekulationen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi plädiert für eine Kapitalspritze für die NordLB. Dies sei eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung und sollte deshalb von den Eignern der Landesbank vorrangig geprüft werden, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. „Es geht jetzt darum, eventuelle Belastungen für den Steuerzahler durch eine Eigenkapitalzufuhr des Landes Niedersachsen möglichst gering zu halten – versehen mit einem Lösungsansatz, der die Rückzahlung der Gelder vorsieht.“ Verdi räumte ein, dass eine Kapitalspritze ein Beihilfeverfahren der EU mit Auflagen auslösen dürfte.

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