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Libor, Euribor, EONIA EU verschiebt Reform von Referenzzinsen

Das EU-Parlament überarbeitet das anfällige System – das dauert jetzt länger als geplant. Absprachen unter Banken sollen durch die Reform erschwert werden.

Die EZB hat mittlerweile einen eigenen kurzfristigen Referenzzins Ester entwickelt. Quelle: Huebner/Herkert

LondonNach den Skandalen um manipulierte Referenzzinsen wie dem Libor und Euribor dauert die Reform des anfälligen Systems länger als geplant. Vertreter des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten einigten sich am Montagabend überraschend darauf, die Frist für die Umsetzung der neuen EU-Regeln um zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2021 zu verlängern. Benchmark-Anbieter, die ihren Sitz außerhalb der EU haben, bekommen zudem zwei Jahre mehr Zeit, um die nötige EU-Genehmigung zu erhalten. Die Vereinbarung muss nun noch formal verabschiedet werden.

Banken in Europa und den USA hatten Milliardenstrafen zahlen müssen, weil Händler Referenzinsen wie den Libor oder den Euribor jahrelang zu ihrem Vorteil manipuliert hatten. Von ihnen hängen weltweit direkt oder indirekt Geschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Mit den Reformen will die EU Absprachen unter Banken und Manipulationen erschweren.

Mit der Fristverlängerung sei „Chaos" in wichtigen Bereichen wie dem Hypothekenmarkt verhindert worden, sagte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. Die zusätzliche Zeit müsse nun gut genutzt werden und die Benchmark-Anbieter möglichst bald die neuen Regeln erfüllen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mittlerweile einen eigenen kurzfristigen Referenzzins Ester entwickelt, der weniger anfällig für Manipulationen sein soll. Er soll den bisherigen Referenzzins Eonia für Tagesgeld im Interbankengeschäft ablösen. Die EZB hatte angekündigt, Ester bis Oktober 2019 bereitzustellen.

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