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Libor, Euribor, EONIA EZB warnt vor Scheitern von Reform der Geldmarktsätze

Die Reform von Referenzzinsen wie dem Euribor drohen zu scheitern, denn die Zeit wird knapp. Einen eigenen Referenzsatz schafft die EZB nicht mehr.

EZB warnt vor Scheitern von Reform der Geldmarktsätze Quelle: dpa

LondonDie Europäische Zentralbank (EZB) warnt vor einem Scheitern der Reform neuer Geldmarkt-Referenzzinsen. Notenbanken suchen seit einiger Zeit nach Alternativen zu Referenzsätzen wie dem Euribor, die nach jahrelangen Manipulationen durch Banker in Verruf geraten sind.

Doch die Zeit wird knapp. „Daher müssen wir auf das Beste hoffen für die Euribor-Reform, sodass wir im Januar 2020 kein systemisches Problem haben“, sagte die für Marktoperationen zuständige stellvertretende EZB-Generaldirektorin Cornelia Holthausen.

In Europa müssen bis 2020 sowohl der Euribor als auch der EONIA-Zinssatz überarbeitet sein. Denn dann tritt eine neue EU-Verordnung in Kraft. Die alten Referenz-Zinssätze genügen dann nicht mehr den Vorgaben.

Der Euribor ist der Zins, den Banken untereinander für kurzfristige Euro-Kredite verlangen. EONIA ist der Referenzsatz für Tagesgeld im Interbankengeschäft. An diesen Basisgrößen orientieren sich die Zinsen für unzählige Finanzgeschäfte im Billionenvolumen. Die EZB will einen eigenen kurzfristigen Referenzsatz – „Ester“ genannt – bis Oktober 2019 bereitstellen. Dieser könnte als EONIA-Ersatz dienen.

Nach Einschätzung von Holthausen ist es aber „fast unmöglich“, noch vor 2020 eine Alternative zum Euribor-Zins zu finden. In den USA und Großbritannien hätten die Arbeiten an entsprechenden Pendants vor etwa zwei Jahren begonnen. Dort habe man sich bisher aber nicht auf eine Lösung verständigt. In Europa war ein erster Reformversuch der Finanzbranche für den Euribor-Zins 2017 fehlgeschlagen.

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