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Guide Michelin Frankreich Drei Sterne für einen bäuerlichen Rebell

Der stets mit Hut auftretende Koch Marc Veyrat bei der Michelin-Verleihung. Quelle: REUTERS

Im Mutterland der Haute Cuisine wurden die Michelinsterne vergeben. Das „enfant terrible“ der französischen Spitzenküche, Marc Veyrat, nimmt sie erneut entgegen.

Drei Sterne für den Mann mit Hut: Der Restaurantführer Guide Michelin hat dem dem bekannten Spitzenkoch Marc Veyrat aus den Savoyer Alpen die Bestnote gegeben. Auch Christophe Bacquié aus dem südfranzösischen Le Castellet erreichte den Gipfel der Kochkunst, teilte Michelin am Montag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

Der 67-Jährige Veryrat setzt in seinem „Maison des Bois“ bei Manigod auf natürliche Produkte und bezeichnet sich selbst als „bäuerlichen Koch“. In einer kurzen Ansprache warnte er davor, dass die Alltagsernährung in Gefahr sei. „Denken wir an unsere Kinder und Enkel“, rief er den versammelten Branchenvertretern zu.

Es tragen nun 28 Edel-Lokale im klassischen Feinschmeckerland Frankreich und Monaco die Michelin-Top-Note. Die Branche ist in Bewegung: „Küchenrebell“ Sébastien Bras aus dem Zentralmassiv hatte in einem spektakulären Schritt auf seine Spitzenbewertung verzichtet, um einem Dauer-Druck in seinem Restaurant „Le Suquet“ in Laguiole zu entgehen. Michelin hatte dem „Chef“ die Sterne-Rückgabe zugestanden und dies schon eine Woche vor der Präsentation des neues Führers 2018 öffentlich gemacht.

Veyrat, der als Markenzeichen einen breitrandigen schwarzen Hut trägt, hatte bereits mit zwei früheren Lokalen jeweils drei Sterne errungen; zuletzt stand sein Haus „Maison des Bois“ mit zwei Sternen im „guide rouge“. Auch Bacquiés Luxus-Restaurant im Hôtel du Castellet unweit der Rennstrecke Paul Ricard hatte bereits zwei Sterne. Auf der Karte stehen unter anderem Fischspezialitäten und Meeresfrüchte.

Patin des diesjährigen Vergabe war die Starköchin Anne-Sophie Pic aus dem südfranzösischen Valence. Sie gehört als einzige Frau zur exklusiven Drei-Sterne-Runde.

Bei der Vergabe der Sterne wurde der im vergangenen Monat im Alter von 91 Jahren gestorbene Gastronomiepapst Paul Bocuse mit einer stehenden Ovation geehrt. Das Stammrestaurant der Küchenlegende in der Nähe von Lyon trägt seit 1965 ununterbrochen drei Sterne.

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„Er (Bocuse) hinterlässt ein riesiges Erbe“, resümierte Claire Dorland-Clauzel, die im Exekutivausschuss von Michelin sitzt. Das Unternehmen ist vor allem als Reifenhersteller bekannt. Den „guide rouge“ mit Hotel- und Restaurantbewertungen gibt es seit Firmenangaben seit 117 Jahren.

Zusammen hat Frankreich nun 621 Sterne-Restaurants. Die Gruppe der Zwei-Sterne-Häuser hat mit fünf Neuzugängen nun 85 Mitglieder. Einen Stern tragen 508 Restaurants.

Im vergangenen Jahr war in der Topliga nur der Starkoch Yannick Alléno zum Zuge gekommen - mit dem „1947“ im Hotel Cheval Blanc im mondänen Wintersportort Courchevel. Alléno führt in seinem Heimatland damit bereits zwei Restaurants mit der Spitzennote „Drei Sterne“.

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