Hotels Heiraten im Sixties-Terminal

Bei Fertigstellung schon nicht mehr benötigt, seit 2001 im Dornröschenschlaf - 2018 soll der TWA-Terminal von 1962 als Hotel wiedereröffnet werden.

Schon bei seiner Fertigstellung 1962 wurde er eigentlich nicht mehr gebraucht. Nun wird der TWA-Terminal Teil eines Hotels. (Copyright: Daniel Acker) Quelle: Bloomberg

Nichts an einer Übernachtung in einem Flughafenhotel klingt glamourös. Doch in gut anderthalb Jahren könnte die Eröffnung des TWA-Hotels am New Yorker Flughafen JFK das ändern. Dann sollen die 505 Zimmer fertig sein in dem an ein Raumschiff erinnernden Gebäude des Architekten Eero Saarinen.

Neue Renderings und Pläne des Projektentwicklers MCR Development enthüllen Details über den Umbau. Dazu gehört ein Restaurant in einem dann renovierten Jet der Fluglinie und ein Swimmingpool auf dem Dach, des 1962 fertig gestellten Flughafenterminals.

Für rund 16 Jahre schlief das Gebäude einen Dornröschenschlaf und soll nun durch einen Hotelbetrieb wieder wachgeküsst werden. Ziel sei es, das Gebäude atmosphärisch in die Ära seiner Entstehung zurückzuführen.

Für Fans der skandinavischen Architektur wird die künftige Lobby ein besonderer Anziehungspunkt sein. Die lippenstift-roten Sitze werden erhalten bleiben – die Aschenbecher hingegen müssen weichen.

Obwohl künftig nicht mehr nötig, werden die eiförmigen Fluganzeigetafeln wieder hergerichtet. Statt Verspätungen und Gate-Angaben sollen dort verschiedene Dinge angezeigt werden, unter anderem Willkommensgrüße für anreisende Gäste.

Der New Yorker TWA-Terminal als Lobby
Seit 16 Jahren lag der TWA-Terminal am New Yorker Flughafen JFK im Dornröschenschlaf. Dem Charme der Linien in der Architektur hat das nicht geschadet. Quelle: imago
Der Springbrunnen soll auch in der künftigen Lobby wieder Wasser spucken. Quelle: imago
Futuristische Architektur - erdacht in den 1950er-Jahren, fertiggestellt 1962. Ihr Architekt hat das nicht mehr miterlebt. Er starb 1961. Quelle: imago
Raumschiff Orion, Men in Black - diese Anzeigetafel von 1962 hätte in jedem dieser Filme eine gute Figur gemacht. Sie soll unter anderem nach der Hoteleröffnung Gäste begrüßen. Quelle: imago
Das architektonische Schmuckstück ist eingerahmt im New Yorker Flughafen JFK. Quelle: dpa Picture-Alliance
Ein Bild aus der Zeit der Entstehung. Deutsche mag er an die "Schwangere Auster" in Berlin erinnern. Das Haus der Kulturen der Welt stammt allerdings von dem Architekten Hugh Stubbins - aber ebenfalls aus der gleichen Ära. Quelle: dpa Picture-Alliance
Einer der Zugangstunnel zum TWA-Terminal. Quelle: Bloomberg
Die erhaltenen Möbel sollen auch künftig den Hotelgästen zur Verfügung stehen. Quelle: Bloomberg
Terminal 5 schwingt sich dank Beton in Form. Quelle: Bloomberg

Die Lobby soll durch zwei originale Röhren mit dem Terminal verbunden bleiben und den Fluggästen den Zugang zur ehemaligen Flughalle gewähren – in der derzeit acht Bars und sechs Restaurants geplant sind.

Einst bekannte Räumlichkeiten sollen wiederbelebt werden. Darunter die sogenannte Lisbon-Lounge, die mit Ledersesseln ausgestattet war oder der Ambassador’s Club mit Brunnen und orangefarbener Möblierung. Die Werke von Design-Legenden wie Charles Eames oder Raymond Loewy sollen die Räumlichkeiten zieren.

Das architektonische Meisterwerk von Saarinen hatte von Beginn vor allem einen Makel – es wurde nicht mehr benötigt. Geplant wurde das Terminal speziell für die Abfertigung mit dem ikonischen Jet „Constellation“. Dieser Flugzeugtypus wurde allerdings nach der Fertigstellung des Terminals aus dem Verkehr genommen. Das TWA-Terminal war schlagartig überflüssig.

Übernachtungsgäste in den geplanten 505 Zimmern müssen allerdings einen Wermutstropfen vertragen – die Zimmer befinden sich in zwei gebogenen Türmen, die neu errichtet werden und das Saarinen-Gebäude umrahmen. Dort werden auch rund 4500 Quadratmeter Konferenzräume und Eventflächen entstehen – Hochzeiten im Terminal sind dann möglich. Das Hotel soll nach Willen der Planer nicht allein mit Fluggästen belegt werden, sondern Reisenden auf der Suche nach einem besonderen Ort.

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