Radbekleidung Luxusmode: Walmart-Erben kaufen Rapha

Mode für Rennradfahrer mit hohem Anspruch - das ist die zahlungskräftige Klientel von Rapha. Nun haben zwei Enkel des Walmart-Gründers das Modelabel gekauft.

Rapha gehört jetzt zum Walmart-Reich Quelle: Getty Images

Rennradfahrer gehören mit zu den eitelsten Hobbysportlern. Wer es sich leisten kann, fährt die Fahrräder, die die Profis nutzen. Wer sich nicht zu fein ist, auf Bundesstraßen als Werbebanner unterwegs zu sein, kauft die Trikots der Profi-Rennställe - mitsamt der sämtlichen Sponsoren-Logos. Wem das zu profan ist, der greift oft zu Trikots, Jacken und Radhosen eines vergleichsweise jungen Labels: Rapha.

Simon Mottram aus England hat die Marke 2004 mitbegründet. Ihm ist es gelungen Rapha als Lebensart-Ikone zu positionieren. Daran haben Tom und Stuart Walton Gefallen gefunden - und die Marke über ihren Investmentfond RZC gekauft. Über den Preis vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen.

Statt in den Regalen von Fahrradläden zu hängen, hat Rapha neben einem Online-Shop auf eigene Boutiquen gesetzt, den sogenannten Clubhäusern. 17 dieser Shops betreibt die Marke. Vor dem Start der Tour de France öffnete die Marke in den Räumen des NRW-Forum parallel zur Ausstellung "Mythos Tour de France" einen Pop-Up-Store. Noch dieses Jahr sollen sieben weitere "Clubhäuser" dazukommen. In 100 Ländern ist das Unternehmen vertreten.

Rapha spricht von Alltagsradlern bis Rennrad-Amateuren jene an, die nicht nur schnell fahren, sondern dabei auch gut aussehen wollen. Die potentiellen Kunden sind penibel, wenn es um die Ausstattung ihrer Räder geht. Bei ihnen ist es verpönt, Teile wie Bremse oder Schaltung von zwei verschiedenen Herstellern an einem Rahmen zu verbauen oder die Farbe der Schuhe nicht mit der des Helms abzustimmen - oder der des Lenkerbands. Zahllose ungeschriebene Gesetze, die die Autoren von Velominati mit ihren "Rules" aufs Korn nehmen. Der ehemalige Sieger der Tour de France, Sir Bradley Wiggins, hat sein eigenes Design bei Rapha, der deutsche Fahrradhersteller Canyon arbeitet mit Rapha zusammen.

Das Geld, das RZC mitbringt, soll für die Expansion genutzt werden. Simon Mottram bleibt Vorstandsvorsitzender und behält Anteile an dem Unternehmen.

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