SIHH 2018 Die neuesten Modelle von der Genfer Uhrenmesse

Die Zahlen der Schweizer Uhrenindustrie erholen sich. Mit Optimismus trifft sich die Branche in Genf zum Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH). Hier einige der neuen Modelle, die erstmals vorgestellt werden.

Glashütte Lange 1 Quelle: PR
941.500 Euro. Neunhunderteinundvierzigtausend und fünfhundert Euro - Sie haben sich nicht verlesen. Aber Reitsport und insbesondere Polo ist ein kostspieliges Vergnügen. Die RM 53-01 von Richard Mille ist superleicht, superstabil auch dank eines neuartigen Saphir-Verbundglases, das es eben auch mal aushält, wenn der Gegenspieler mit dem Poloschläger aus Versehen dagegen donnert. Entwickelt wurde sie mit dem Spitzenspieler Pablo Mac Donough, der im Gegensatz zur Uhr so manche Spielbegegnung nicht unversehrt überstanden hat. Quelle: PR
Juwelierskunst und uhrmacherisches Handwerk – die Marke Cartier spielt in beiden Genres mit. Die Kollektion Cartier Libre spielt mit den Formen bereits existierender Modelle des Hauses. Allen Uhren gemein: Sie zeigen selbstverständlich dennoch die Zeit an. Quelle: PR
Fliegerei, Segeln, Motorsport – die Uhrenbranche sucht seit jeher die Nähe zu diesen Aktivitäten. Die Marke Baume&Mercie ehrt mit diesem Modell die Motorrad-Rennsport-Legende Burt Munro. 1967 Stück werden von diesem Chronograph gebaut, die eine Hommage an den Rennfahrer sein soll. Burt Munro lebte bis 1978 und holte mehrere Geschwindigkeitsrekorde auf seinen Motorrädern. Einer davon ist bis heute gültig. Sein Leben wurde mit Schauspieler Anthony Hopkins als Munro verfilmt. Quelle: PR
Mysterious Watches – also geheimnisvolle Uhren – sind ein wiederkehrendes Thema bei vielen Herstellern. Dabei scheinen Bauteile zu schweben und nicht mit dem Uhrwerk verbunden zu sein. Diese beiden neuen Modelle von Cartier zählen dazu. Bei der rechten Uhr lässt sich gut erkennen, wie das Tourbillon scheinbar in der Mitte schwebt. Die Lösung ist eine klare Saphirscheibe, die sich dreht. Etwas weniger kompliziert ist die Uhr links mit einer scheinbar schwebenden Anzeige von Tag und Nacht. Quelle: PR
Der Entwurf für die Uhr Arceau stammt aus dem Jahr 1978. Vierzig Jahre später zeigt Hermès, eigentlich bekannt für Lederarbeiten, Stofftücher und Krawatten, eine neue Version seines Klassikers. Quelle: PR
Walter Lange war maßgeblich für die Wiederauferstehung der Marke verantwortlich. 2017 wurde während des SIHH sein Tod bekannt gegeben. Dieses Jahr widmet ihm das Unternehmen ein Einzelstück. Die Uhr wird versteigert, das Zifferblatt ist schwarz emailliert. Die technische Besonderheit ist die springende Sekunde. Die Idee geht auf eine Erfindung Ferdinand Adolph Langes aus dem Jahr 1867 zurück, die 1877 in einer von seinem Sohn Richard weiterentwickelten Form als eines der ersten Patente in Deutschland registriert wurde. Ausgeführt wurde Langes „Secundenwerk mit springendem Zeiger“ erstmals als Meisterstück von seinem zweiten Sohn Emil, Walter Langes Großvater. Quelle: PR
Die Uhrenmarke Greubel Forsey zeigt unter anderem die Double Balancier. In der Öffnung zu sehen sind rechts unten und links bei neun Uhr Differentiale. Es empfiehlt sich, eine Uhrmacherlehre zu absolvieren, um genau zu verstehen, warum die geneigten Balanciers helfen, die Leistung in allen Lagen zu verbessern. Oder prosaisch: genauer zu gehen. Eine Aufgabe, die jede Quarzuhr im Übrigen besser erfüllt, wenngleich nicht so aufregend aufwändig.
Die Marke IWC – International Watch Company – aus dem Schweizer Schaffhausen feiert 150. Geburtstag. Unter anderem mit dieser Uhr
Zwischenzeiten zu messen, klingt im französischen zauberhaft: Rattrapante. Das ist der Begriff für Chronographen, also Uhren mit Stoppuhrfunktion, die auch die Zwischenzeit messen können. Üblicherweise nicht für einen langen Zeitraum. Langes Triple Split kann das über mehrere Stunden. Bis zu zwölf Stunden dürfen so vergehen für die Zwischenzeitmessung. Quelle: PR
Die Uhrenmarke MB&F versteht sich auch als Förderer der Mechanik, wenn sie mal nicht die Zeit anzeigt. Die Schildkröte Kelys&Chirp öffnet auf Tastendruck eine Panzerplatte, es steigt ein Vogel empor und zwitschert – alles mechanisch. Singvogeldosen haben eine lange Vergangenheit in der Mechanik und gehörten zu den Luxusgegenständen früherer Generationen. Quelle: PR
Diese Uhr ist zur Zeit nur als Prototyp zu sehen. Die Ressence e-Crown. Sie zeigt wie alle Ressence-Modelle die Uhrzeit mit drehenden Scheiben in einem mit Öl gefüllten Gehäuse an. Es entsteht der Eindruck eines Displays. Die Mechanik wird im unteren Teil von einem Magneten gesteuert. An der Type 2e-Crown ist das Besondere: Sie stellt die Uhrzeit selbst ein, sobald sie in eine andere Zeitzone kommt oder von Winter- auf Sommerzeit umgestellt wird. Dazu verbirgt sich ein wenig Elektronik in der Uhr, die ihre Energie durchs Aufziehen erhält. Noch ist sie Zukunftsmusik, wenn es gut läuft, hofft der Hersteller die Uhr im Laufe des Jahres zur Serienreife gebracht zu haben. Aber sie zeigt jetzt schon, wo traditionelle Mechanik und Digitalisierung Hand in Hand gehen können. Wenn sie auf den Markt kommt, wird sie laut Ressence vermutlich 40.000 Euro kosten. Quelle: PR
Das Gehäuse aus Keramik ist die kaum sichtbare Innovation für Girard Perregauxs Laureato Skeleton. So ist das Gehäuse dunkel und das Uhrwerk durchsichtig. Quelle: PR
Das Modell Overseas dual time von Vacheron Constantin erlaubt dem Nutzer, zwei Zeitzonen schnell ablesen zu können. Wichtig ist dabei die Anzeige für AM/PM bei neun Uhr. Quelle: PR
Die Geschichte klang so schön. Nur nahm sie noch vor der Eröffnung des Salon Internationale Haute Horlogerie ein jähes Ende. Die um Marketing-Aktionen nie verlegene Marke H. Moser & Cie hatte eine Uhr entworfen, deren Verkaufserlös gespendet werden sollte. Ihre Besonderheit: Sie besteht auch zahlreichen Uhren, genauer gesagt, sind Elemente sehr bekannter, ikonischer Uhren von Rolex, Officine Panerai, Audemars Piguet und zig anderen in einer Uhr kombiniert. Drei Tage vor Eröffnung musste das Unternehmen zurückrudern und den Verkauf stoppen. Es haben wohl nicht alle in dieser Uhr aufgegriffenen Marken mitgeschmunzelt. Für CEO Edouard Meylan bleibt nur die Erkenntnis: Schlechte Nachrichten sind auch PR. Quelle: PR
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