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SIHH 2019 und Baselworld Das Ende der Uhrenmessen, wie wir sie kennen

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Hausmesse als Alternative

Beide Messen sind Ordermessen und nicht allein für die Imagebildung beim breiten Publikum angelegt. Im Gegenteil, der SIHH war über lange Zeit ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten und öffnet nun am letzten Tag der Messe für die Öffentlichkeit die Hallen. In Basel sind alle Tage für das Publikum geöffnet, das dort vor allem an Schaufenstern vorbeiziehen oder die Stände besuchen kann. Uhren aus der Nähe betrachten oder sie gar in die Hand nehmen, ist nicht möglich. „Angesichts der heutigen Medien ist das für Besucher nicht mehr so entscheidend. Wenn heute eine Uhr vorgestellt wird, ist sie Minuten später im Internet zu sehen“, sagt Brunner.

Dass vor allem in Basel das einst flüssig laufende Getriebe aus Fans, Händlern, Herstellern und Zulieferern ins Stocken geraten ist, liegt nicht allein am Abgang der Swatchgroup, der dem Konzern rund 50 Millionen Franken Standkosten erspart. „Heute ist alles transparenter, schnelllebiger und spontaner geworden“, erklärte Hayek damals. „Die traditionellen, jährlichen Uhrenmessen sind darum für uns nicht mehr sinnvoll.“

Unter deutlich weniger Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit haben sich auch führende Zulieferer der Uhrenindustrie entschlossen, der diesjährigen Baselworld nach 2018 erneut fern zu bleiben und eine eigene Messe aufzuziehen.

Der langjährige Chef der Baselmesse ist über den Verlust des Ausstellers Swatchgroup gestolpert und musste gehen. Nun versucht die Messe auch Einfluss auf die Hotelzimmerpreise zu nehmen, die traditionell exorbitant anstiegen während der Baselworld. Unter neuer Führung kooperiert der Messeveranstalter mit Hotels, die in Summe mehr als zwei Drittel der Hotelkapazitäten bedeuten, um sich auf Höchstgrenzen für die Zimmerpreise zu verständigen.

Ob das alles hilft, ist ungewiss. Die Messe, die schon 2018 sichtbar geschrumpft war und ihre Wirkung als führende Uhrenmesse einbüßte, muss sich auf weitere Abgänge einstellen. Überlegungen zum Ausstieg gibt es bei vielen Marken, so auch Nomos Glashütte. Deren meinungsstarker Gründer Roland Schwertner war nicht nur als Besucher bei der SIHH zu sehen, sondern fragt sich, ob es für Marken wie Nomos nicht sinnvoller sein kann, die Händler direkt in die Manufaktur zu holen.

Das ist einer der Wege, den Hersteller beschreiten werden, um den Juwelieren ihre Produkte zu präsentieren. Die Swatchgroup lädt dieses Jahr nach Zürich ein. Und bei 15 Marken - darunter Omega, Breguet, Glashütte Original oder Blancpain - ist das auf einen Schlag fast eine dritte Uhrenmesse in der Schweiz.

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