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Weinkonsum Die Deutschen tendieren wieder zu weißen Tropfen

Weißwein ist etwas leichter und enthält weniger Alkohol, gilt deshalb als gesünder. Quelle: dpa

Rot oder Weiß? Diese Frage stellen sich viele Konsumenten, wenn sie vor dem Weinregal stehen. Natürlich rot, hieß die Antwort meistens in den vergangenen Jahren. Das aber ändert sich allmählich.

Beim Weintrinken setzen Bundesbürger immer häufiger auf weiße statt auf rote Tropfen. Von dem 2017 in Deutschland gekauften Wein seien 45 Prozent weiß gewesen und damit 2 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) zum Auftakt der Fachmesse Pro Wein in Düsseldorf mit. Noch vor zehn Jahren lag der Wert bei nur 38 Prozent. Im gleichen Zeitraum fiel der Rotwein-Anteil von 53 auf zuletzt 46 Prozent. Rosé blieb bei neun Prozent.

Als Grund nannte das DWI den Trend zur bewussteren Ernährung. „Weißweine sind tendenziell etwas leichter als Rotweine“, sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Sie eigneten sich zudem sehr gut für eine kalorienärmere Küche. Weißweine haben in der Regel weniger Alkohol als Rotweine, die Spanne liegt meist zwischen 9 und 12,5 Prozent. Bei Roten sind es grob gesagt 12 bis 14 Prozent, mit Ausreißern nach oben und unten. Das DWI bezieht sich bei seinen Angaben auf Daten aus 30.000 Haushalten in Deutschland, die vom Umfrageunternehmen GfK ausgewertet wurden.

Der Weißwein-Trend dürfte sich fortsetzen, 2018 könnten hierzulande nach DWI-Schätzung mehr weiße als rote Tropfen verkauft werden. Eine Premiere wäre das allerdings nicht - lange Zeit war der Weinkonsum in Deutschland weiß dominiert. So lag der Anteil vor einem Vierteljahrhundert noch bei 58 Prozent Weiß- und 32 Prozent Rotwein. In den 1990er Jahren kamen dann aber Rotweine aus Frankreich, Italien und Spanien groß in Mode und das Blatt wendete sich allmählich. Nun jedoch schlägt das Pendel wieder zum Weißwein.

Auf der Weinmesse Pro Wein zeigen noch bis diesen Dienstag 6800 Aussteller - vor allem Winzer, aber auch einige Spirituosen-Brenner - ihre Produkte. Die meisten von ihnen (1700) kommen aus Italien, zudem ist Frankreich mit 1550 Ausstellern stark präsent. Deutschland ist mit 990 Herstellern auf Platz 3. Zugelassen ist nur Fachpublikum, also Händler und Gastronomen - viele schließen noch vor Ort Verträge ab für umfangreiche Weinlieferungen.

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