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Mark Carney Britischer Notenbankchef warnt vor steigender Inflation bei ungeregeltem Brexit

Die Bank of England sieht einen No-Deal-Brexit mittlerweile als ein realistisches Szenario. Dass würde die Gefahr einer steigenden Inflation erhöhen.

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Der Chef der britischen Notenbank will bei einem ungeregelten Brexit die heimische Wirtschaft unterstützen. Quelle: AP

London Die britische Notenbank sieht einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ohne ein Abkommen zunehmend als realistische Möglichkeit und hat vor einer steigenden Inflation gewarnt. Es gebe die „signifikante Möglichkeit“ eines No-Deal-Brexit, sagte der Vorsitzende der Bank of England, Mark Carney, am Freitag in einem Radio-Interview mit der BBC. Er versicherte, dass die Notenbank alles in ihrer Macht unternehmen werde, um die britische Wirtschaft nach einem ungeregelten Brexit zu stützen.

Im Fall eines Austritts ohne Abkommen müssten sich die Briten aber auf einen Anstieg der Lebensmittelpreise in den Supermärkten und höhere Kosten für Treibstoff einstellen, warnte der Notenbanker in dem Radio-Interview. Bei einem ungeregelten Brexit sei mit einer weiteren Abwertung des britischen Pfund zu rechnen. Dies werde zwar der britischen Exportwirtschaft in die Hände spielen, sagte Carney. Die Kursverluste dürften über importierte Waren aber auch die Teuerung verstärken.

In den vergangenen Handelstagen war es bereits zu einer starken Abwertung des britischen Pfund gekommen. Der neue Premierminister Boris Johnson hatte sich fest entschlossen gezeigt, das Königreich am 31. Oktober aus der EU zu führen, notfalls auch ohne ein Abkommen. Er will das zwischen seiner Vorgängerin Theresa May und Brüssel vereinbarte Abkommen nachverhandeln. Das lehnt die EU aber strikt ab. Der Pfundkurs zum Dollar steht derzeit bei 1,2128 US-Dollar und damit nur knapp über dem tiefsten Stand seit 2017.

Bei der Zinsentscheidung am Donnerstag hatte die Notenbank wegen der hohen Brexit-Unsicherheit an ihrem vorsichtigen geldpolitischen Kurs festgehalten und den Leitzins unverändert bei 0,75 Prozent belassen. In den zeitgleich veröffentlichten neuen Wirtschaftsprognosen war die Möglichkeiten eines „No-Deal-Brexit“ nicht enthalten gewesen.

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