Maschmeyer-Rufmörder Schabirosky „Ich habe eine Meute entfesselt“

Der Finanzvertrieb DVAG bestreitet, Stefan Schabirosky für eine Kampagne gegen Carsten Maschmeyers AWD bezahlt zu haben. Das lässt der selbsternannte Rufmörder nicht auf sich sitzen – und bezichtigt die DVAG der Lüge.

Der gelernte Versicherungskaufmann will dem AWD mit einer Rufmordkampagne geschadet haben.

DüsseldorfInnerhalb weniger Tage ist Stefan Schabirosky zu zweifelhaftem Ruhm gelangt: als selbsternannter „Rufmörder“, der Carsten Maschmeyer und dessen einstigen Finanzvertrieb AWD quasi im Alleingang zerstört haben will – im Auftrag des Konkurrenten DVAG.

Jetzt äußert er sich im Handelsblatt erstmals zu seinen Aktionen: „Ich hätte mich auf die ganze Rufmord-Kampagne nicht einlassen dürfen. Das weiß ich heute“, sagt der 46-Jährige. „Es war von Anfang an eine schmutzige Geschichte, auch wenn ich daran natürlich nicht unschuldig bin und dafür von der DVAG viel Geld bekommen habe.“ Die DVAG hatte am Sonntagabend zwar eingeräumt, Schabirosky nach seiner AWD-Zeit mehrere Jahre als Controller beschäftigt zu haben. Von dessen dessen Schmutzkampagnen will die DVAG aber nichts gewusst haben.

Dazu sagt der gelernte Versicherungskaufmann nun: „Dass die DVAG behauptet, nicht an meinen Rufmord-Plänen beteiligt gewesen zu sein, ist eine Lüge. Denn genau dafür hatten sie mich ja angeheuert. Auch die Behauptung, ich hätte nur ‚allgemein zugängliche‘ Infos über den AWD an die DVAG weitergegeben, ist falsch. Es ging schließlich um solche AWD-Interna wie Kundendaten und Partner-Provisionssätze, die die DVAG besonders interessierten.“

Schabirosky weiter: „Besonders absurd ist die Behauptung, die DVAG habe mich als Controller beschäftigt, weil die Branche so „im Umbruch“ gewesen sei: Wer einen Controller will, stellt auch einen Controller ein! Ich bin keiner und habe nie eine Qualifikation für diese Tätigkeit erworben.“

Im Handelsblatt-Interview schildert der Hamburger, dass er nach seinem Wechsel vom AWD zur DVAG „schnell gelernt“ habe, „wie man Fakten und Zahlen auch durch geschicktes Weglassen oder Inszenierung skandalisieren konnte“. Vieles habe er „so fingiert, dass aus harmlosen Infos Skandalnachrichten wurden, zum Beispiel die angebliche Verschuldung vieler AWD-Vertriebler beim eigenen Unternehmen.“ Schabirosky weiter: „Der AWD sollte sich wie von einem Kraken stetig aus unterschiedlichsten Ecken angegriffen fühlen.“

Das habe er auch geschafft: „Da habe ich eine Meute entfesselt. Die Lawine wurde immer größer. Die Journalisten haben oft auch nicht so genau hingeschaut. Es passte ja ins Bild.“

Nun aber wolle er „reinen Tisch“ machen. Auf die Frage, ob er dafür jetzt womöglich von Carsten Maschmeyer bezahlt werde, der sich neuerdings als Opfer sehen kann, antwortete Schabirosky: „Nein, mein Motiv war wie gesagt ein anderes. Aber ich verdiene natürlich über die Buchverkäufe.“ Hofft er zumindest – und versichert, all seine Vorwürfe seien „lückenlos belegt“.

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