WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Medienbericht Draghi will angeblich Anleihenkäufe der EZB wieder starten

Laut einem Magazinbericht will der Präsident der Europäischen Zentralbank bis November den umstrittenen Erwerb von Staatsanleihen wieder aufnehmen, um die Konjunktur zu stärken.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der EZB-Chef hatte im Juni neue Lockerungsschritte der EZB signalisiert, sollte die Inflation weiterhin nicht anziehen. Quelle: AP

Frankfurt EZB-Präsident Mario Draghi will einem Magazinbericht zufolge die Anleihenkäufe der Euro-Notenbank wieder aufnehmen. Bis November habe er vor, den umstrittenen Erwerb von Staatsanleihen wieder zu starten, um der Konjunktur unter die Arme zu greifen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab unter Verweis auf Notenbankkreise.

Draghi wolle in seinen letzten Monaten seiner Nachfolgerin Christine Lagarde den Start erleichtern. Darüber hinaus erwäge die EZB-Führung, den Strafzins für Banken zu erhöhen, den diese zahlen müssen, wenn sie überschüssiges Geld bei der Notenbank parken. Ein entsprechender Entschluss sei im September möglich. Eine EZB-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Die nächste Zinssitzung findet am Donnerstag statt.

Draghi hatte im Juni neue Lockerungsschritte der EZB signalisiert, sollte die Inflation weiterhin nicht anziehen. Es gebe erheblichen Spielraum für weitere Anleihenkäufe. Zudem gehörten erneute Zinssenkungen und Maßnahmen, um unerwünschte Nebenwirkungen der lange bestehenden Negativzinsen einzudämmen, zu den Instrumenten, sagte er auf einer EZB-Konferenz in Sintra. Die meisten Volkswirte rechnen fest mit einer Erhöhung des Strafzinses im September. Rund 40 Prozent erwarten zudem eine Neuauflage der Anleihenkäufe bis zum Jahresende.

In dem Bericht des „Spiegel“ hieß es weiter, Draghi wolle außerdem das Inflationsziel lockern. Künftig solle es bei genau zwei Prozent liegen statt wie bisher bei unter aber nahe zwei Prozent. Auf der jüngsten Zinssitzung im Juni hatten die Währungshüter laut dem Sitzungsprotokoll bereits über mögliche Strategieüberlegungen gesprochen. Die letzte größere Strategieüberprüfung des Inflationsziels gab es 2003.

Mehr: Eine weitere ultralockere Geldpolitik der EZB ist gefährlich, denn der Verschuldungsgrad vieler Unternehmen und Privatleute ist hoch, schreibt unser Autor Jakob Blume. Lesen Sie hier den Kommentar.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%