WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Medienkonzern Murdoch druckt in Australien 100 Regionalzeitungen nicht mehr

Zeitungen brechen in der Coronakrise die Einnahmen weg. Der Medienkonzern News Corp veröffentlicht nun viele Titel nur noch online, andere verschwinden ganz.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Coronakrise bescherte dem Imperium des australisch-britischen Medienunternehmers im ersten Quartal 1,1 Milliarden Dollar Verlust. Quelle: Reuters

In Australien verschwinden schon im Juni mehr als 100 Regionalzeitungs-Titel aus den Briefkästen und den Auslagen der Händler. News Corp kündigte am Mittwoch an, 76 Blätter erschienen in der australischen Heimat ihres Großaktionärs Rupert Murdoch dann nur noch online, 36 würden ganz eingestellt. Wie viele Arbeitsplätze dadurch wegfallen, teilte der Konzern nicht mit.

„Die Ausgaben für Print-Anzeigen, die den Löwenanteil unserer Umsätze ausmachen, gehen immer schneller zurück“, begründete der Chef von News Corp Australasia, Michael Miller, den Schritt. Das Anzeigenaufkommen war in der Coronavirus-Krise auch in Australien eingebrochen, weil Geschäfte geschlossen und Urlaubsreisen auf Geheiß des Staates untersagt wurden.

In diesem Jahr hatte schon die Nachrichtenagentur Australian Associated Press (AAP), an der News Corp ebenfalls beteiligt ist, angekündigt, nach 85 Jahren den Betrieb einzustellen. News Corp hatte auch in Australien versucht zu diversifizieren, und war beim Immobilienanzeigen-Portal REA Group sowie beim Pay-TV-Sender Foxtel eingestiegen.

Doch das bescherte dem Imperium des australisch-britischen Medienunternehmers Murdoch im ersten Quartal (bis Ende März) 1,1 Milliarden Dollar Verlust, vor allem wegen Abschreibungen auf den Firmenwert von Foxtel. Der Sender überträgt vor allem Sport – der in die Coronakrise ebenfalls nicht stattfindet. „Man muss das ganze Investment von News Corp in Australien langfristig in Frage stellen“, sagte der unabhängige Medienanalyst Peter Cox.

Bekannt ist Murdoch als Eigentümer der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ und der britischen Zeitungen „Times“ und „Sun“.

Auch in anderen Ländern sind die Werbeeinnahmen der Zeitungen in der Coronakrise eingebrochen. Der Herausgeber der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“, DMGT, berichtete über einen Umsatzeinbruch um ein Drittel im April. Im Mai zeichne sich erneut ein Minus von 30 Prozent ab. Trotzdem sei das Geschäft nahe einer „schwarzen Null“. In Deutschland haben viele Medienhäuser mit Kurzarbeit auf einen Einbruch des Anzeigenaufkommens während der Ausgangsbeschränkungen reagiert.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%