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Medienkonzern Springer-Chef Döpfner kündigt nach KKR-Einstieg Stellenabbau an

Mit dem Einstieg des Finanzinvestors KKR wird Springer noch stärker auf seine Kosten schauen. Von den Umbaumaßnahmen werden auch Arbeitsplätze betroffen sein.

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Anteilseignerin Friede Springer hat klargestellt: „Wir bleiben ein journalistisches Haus.“ Quelle: dpa

Nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR hat Springer-Chef Mathias Döpfner einen Stellenabbau angekündigt, den Umfang aber offengelassen. „In Summe werden wir Arbeitsplätze abbauen“, sagte Döpfner der „Süddeutschen Zeitung“ in einem gemeinsamen Interview mit der Anteilseignerin Friede Springer und dem KKR-Europachef Johannes Huth. Bereits in der Vergangenheit habe Springer immer wieder restrukturiert und Kosten angepasst.

Allerdings habe es dabei die Limitierung gegeben, dass die Kosten für die Veränderung nicht zu hoch sein durften, um nicht das nächste Quartalsergebnis zu verderben, sagte Döpfner. Daher hätten die Maßnahmen scheibchenweise und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden müssen.

„Jetzt können wir alles, was sinnvoll ist, schneller machen“, sagte Döpfner. Auf die Vorhaltung, dass dies nach einem großen Schritt klinge, sagte Döpfner: „Das klingt nicht nur nach einem großen Schritt, das ist einer.“ Nach seinen Angaben arbeiten derzeit 16.000 Menschen für Axel Springer.

Welche Bereiche betroffen sein werden, wollte Döpfner „noch nicht“ sagen. „Wo digitales Wachstum gelingt, werden wir investieren und Mitarbeiter einstellen oder umlernen, wo möglich. Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen.“

Auf die Frage, inwiefern die sehr große Chefredaktion der „Bild“ betroffen sein werde, sagte Döpfner, er sei mit den Chefredaktionen von „Bild“ und „Welt“ extrem zufrieden. „Da wird es vielleicht Verkleinerungen, aber keine spektakulären Änderungen geben. Grundsätzlich aber gilt: Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen.“

Friede Springer sagte, das Unternehmen werde weiter auf Journalismus setzen. „Wir bleiben ein journalistisches Haus.“ Auch die defizitäre „Welt“ werde weitergeführt.

KKR-Europachef Huth erklärte, man werde investieren und Übernahmen prüfen. „Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist“, sagte er auf die Bemerkung, es gebe Spekulationen, dass er an Autoscout oder Ebay-Kleinanzeigen interessiert sei. Zudem werde KKR länger als für Finanzinvestoren üblich dabeibleiben. „Wir haben Zeit und werden das Unternehmen langfristig begleiten. Wir können uns auch vorstellen, bis zu einem Jahrzehnt investiert zu bleiben.“

KKR steigt für rund 2,9 Milliarden Euro bei Springer ein. Die Beteiligungsfirma soll helfen, das von Springer geplante langfristige Wachstum zu finanzieren. Viele Beobachter erwarten, dass Springer nun noch stärker auf seine Kosten schaut. Belegschaftsvertreter hatten sich besorgt gezeigt und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gefordert.

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