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Mega-Deal Softbank plant Milliarden-Solarprojekt in Saudi-Arabien

Der japanische Tech-Konzern Softbank hat sich mit Saudi-Arabien auf ein 200-Milliarden-Dollar-teures Solarprojekt verständigt.

In der saudischen Wüste soll eine riesige Solaranlage entstehen. Nach Fertigstellung soll sie mehr Strom produzieren, als das gesamte Land braucht.

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Saudi-Arabien und der japanische Tech-Konzern Softbank haben sich auf ein 200-Milliarden-Dollar-teures Solarprojekt verständigt. Eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben Kronprinz Mohammad bin Salman und Softbank-Chef Masayoshi Son am Dienstag in New York. Es wäre das weltweit größte Projekt seiner Art. „Das ist ein großer Schritt für die Menschheit“, sagte Prinz bin Salman in New York. „Es ist mutig, riskant und ich hoffe, wir werden damit erfolgreich sein.“

Masayoshi Son sagte, er sehe das Projekt als einen Weg, um Saudi-Arabien unabhängiger vom Öl als Stromlieferant zu machen: Mit der Anlage ließen sich 40 Milliarden Dollar an Stromkosten sparen. 100.000 Jobs würden entstehen. Die Kapazität der Anlage soll bis zum Jahr 2030 200 Gigawatt betragen – das sei mehr Energie als nötig, um das ganze Land mit Strom zu versorgen, sagte Son. Das eingesparte Öl könne stattdessen ins Ausland verkauft werden. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wäre die Anlage bei Fertigstellung 100 Mal größer als das nächstgrößere geplante Projekt.

Mit dem Bau werde noch in diesem Jahr begonnen. Bis 2019 sollen zunächst 7,2 Gigawatt produziert werden; Kostenpunkt: Fünf Milliarden Dollar. Bei dem Projekt soll jedoch nicht nur Strom produziert werden: Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll zusätzlich eine eigene Produktionsstätte für Solarmodule entstehen.

Das Vorhaben stärkt sowohl die Verbindung von Softbank zum weltweit größten Rohölexporteur als auch den Kronprinzen in seinen Ambitionen, die Wirtschaft des Landes neu aufzustellen. Softbank plant Berichten zufolge, in den kommenden drei bis vier Jahren bis zu 25 Milliarden Dollar in Saudi-Arabien zu investieren, darunter 15 Milliarden in die geplante neue Hightech-Metropole Neom, die am Roten Meer gebaut wird. Softbanks Vision Fund plant laut der Nachrichtenagentur Bloomberg zudem, 10 Milliarden Dollar in die staatliche Saudi Electricity Company zu investieren. Analysten sehen bei dem Plan vor allem Vorteile für den Ölstaat. „Das passt zu Saudi-Arabiens Bestrebungen, seine Wirtschaft umzustrukturieren“, sagte Tomoaki Kawasaki, Analyst bei der japanischen Iwai Cosmo Securities. „Es ist jedoch noch unklar, wie weit Softbank davon profitieren wird.“

Solaranalystin Jenny Chase von Bloomberg New Energy Finance zeigt sich von dem Vorgehen Saudi-Arabiens und Softbanks nicht überrascht: „Softbank sucht nach Investments und Saudi-Arabien braucht neue Energien. Es ergibt Sinn, dass zunächst die Finanzierung geplant wird, ohne dass technische Details vorliegen.“ Chase merkt jedoch an, dass Absichtserklärungen nicht immer zur tatsächlichen Umsetzung der Pläne führen.

Mit dem Megaprojekt treibt Saudi-Arabien die wirtschaftlichen Modernisierungspläne des Prinzen weiter voran. Aus dem 224 Milliarden Dollar schweren Staatsfond für öffentliche Investitionen sind allein im Jahr 2017 54 Milliarden Dollar an Geldern in neue Projekte geflossen. Der geplante Verkauf von fünf Prozent der Anteile am staatlichen Ölgiganten Saudi Arabian Oil Company soll den Fond mit weiterem Kapital ausstatten. Nicht nur wirtschaftlich, auch gesellschaftlich stößt Mohammed bin Salman überraschende Veränderungen an. So ist es Frauen seit kurzem erlaubt, Fußballspiele zu besuchen und gemeinsam mit Männern Konzerte zu besuchen. Der Kronprinz lockerte die Kleidungsvorschriften und ab Juni dürfen sich Frauen sogar hinters Steuer setzen.

Derzeit ist Mohammed bin Salman auf einer dreiwöchigen Tour durch die Vereinigten Staaten. Es ist der erste US-Besuch seit seiner Ernennung zum Thronfolger seines Vaters König Salman bin Abdulaziz. In der vergangenen Woche fand ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus statt. Saudi-Arabien und die USA haben in der jüngeren Vergangenheit ihre Partnerschaft gestärkt – sowohl mit einer gemeinsamen Strategie gegen den Iran als auch mit wirtschaftlicher, technischer und militärischer Kooperation.

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