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MiFID II Tickgrößen sorgen bei Brokern für Anspannung

Die neuen Geldanlageregeln MiFID II ermöglichen eine Ausweitung sogenannter Tickgrößen. Das könnte dazu führen, dass die EU-Broker ungünstigere Preise als ihre Konkurrenz in den USA und der Schweiz stellen.

Am Mittwoch wurde MiFID II eingeführt. Das dämpfte bereits den Handel in ganz Europa. Quelle: dpa

New YorkMit der Einführung von MiFID II am Mittwoch wird ein sehr kleines Problem zu einer großen Herausforderung: Die überarbeitete Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente wird für eine Ausweitung der Tickgröße sorgen – die kleinste Änderung, um die sich ein Aktienkurs bewegen kann, sagt Christopher Sornberger, Spezialist für den Parketthandel bei der Oddo Seydler Bank in Frankfurt. Das könnte dazu führen, dass die EU-Broker ungünstigere Preise als ihre Konkurrenz in den USA und der Schweiz stellen.

„Der Markt hat nicht erwartet, dass die Auswirkungen der Tickgrößen-Änderungen in diesem Ausmaß eintreten werden“, sagte Sornberger. „Die Stimmung am Handelstisch ist ein bisschen angespannt, weil wir uns noch immer unsicher sind, wie wir mit der Situation umgehen sollen.“

MiFID II legt die Tickgrößen je nach Liquidität eines Vermögenswerts fest: Je weniger eine Aktie gehandelt wird, desto größer oder gröber ist die Erhöhung. Sornberger sagte, er wünsche sich, dass die European Securities and Markets Authority – die Architektin des neuen Regelwerks – EU-Banken mehr Spielraum bei der Festlegung von Tickgrößen lässt.

Der Handel in ganz Europa war am Mittwoch bereits gedämpft, da einige Firmen sich vom Markt fernhielten, als die neuen Regeln griffen.

„Die Testläufe haben gezeigt, dass unsere IT funktioniert. Die größte Angst, die wir heute morgen hatten, war, dass das Handelsvolumen sinken würde“, sagte Sornberger am Mittwoch. „Wir haben heute bei den Investoren und Banken Verunsicherung gesehen. Es könnte auch sein, dass die Investoren aufgrund der Feiertage bei MiFID noch nicht auf dem Laufenden sind und daher vorsichtiger agieren. Wir müssen sehen, wie lange das so bleibt.“

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