Milliarden-Ausschüttung Scharfe Kritik an Boni für Deutsche Bank

Aus den Reihen der Politik hagelt es Kritik an den angekündigten hohen Bonus-Zahlungen bei der Deutschen Bank. Mehr als eine Milliarde Euro sollen die Manager bekommen. Bei Union und SPD stößt das aus Unverständnis.

Scharfe Kritik an Boni für Deutsche Bank Quelle: Reuters

BerlinPolitiker reagieren mit Unverständnis und Empörung auf Medienberichte, wonach die Deutsche Bank trotz erneuter Jahresverluste Boni von etwa einer Milliarde Euro an ihre Mitarbeiter und Manager ausschütten will. SPD-Chef Martin Schulz sagte der „Bild“-Zeitung (Montag): „Überall schließen Bankfilialen, Kunden verlieren ihre Berater, Berater ihre Jobs. Wenn in dieser Situation Boni in Höhe von einer Milliarde Euro ausgeschüttet werden, dann verliert ein Unternehmen nicht nur an Ansehen. Das schadet insgesamt unserer Solidargemeinschaft.“ Diese lebe von Glaubwürdigkeit und Gerechtigkeit.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Thorsten Schäfer-Gümbel, sagte dem Blatt: „Millionen-Boni trotz Verlusten widersprechen jeglichem Gerechtigkeitsempfinden. Einerseits Arbeitsplatzabbau, andererseits goldene Nasen in der Führungsetage - das kann man niemandem erklären.“ Die SPD wolle deshalb in den Koalitionsverhandlungen mit der Union die steuerliche Absetzbarkeit von Bonuszahlungen begrenzen.

Ähnlich äußerte sich der CDU-Sozialexperte Matthias Zimmer in der „Bild“-Zeitung: Die Boni seien „eine eigenwillige Interpretation des Grundsatzes, dass sich Leistung lohnen soll“. Weiter sagte er: „Man kann die Legitimität einer Wirtschaftsordnung durch solche Praktiken gefährden.“

Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge will die Deutsche Bank für 2017 trotz roter Zahlen mehr als eine Milliarde Euro Boni zahlen. Im Vorstand des Geldhauses habe es darüber eine kontroverse Debatte gegeben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen hochrangigen Banker. Am Ende hätten sich die Investmentbanker mit dem Argument durchgesetzt, dass bei erneuten Bonuskürzungen die besten Leute gegangen wären. Die Deutsche Bank ließ den Bericht unkommentiert. Nach zwei Milliardenverlusten in Folge hatte bei der Deutschen Bank laut vorläufigen Zahlen auch das dritte Geschäftsjahr unter Sanierer John Cryan mit einem Minus geendet.

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