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Milliarden-Deal auf der Kippe Stimmrechtsberater ISS spricht sich gegen UPC-Übernahme durch Sunrise aus

Der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS hat sich gegen eine UPC-Übernahme durch Sunrise ausgesprochen. Auch einige große Aktionäre lehnen den Deal ab.

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Mit der Übernahme will Sunrise Boden auf den deutlich größeren Konkurrenten Swisscom gut machen. Quelle: Reuters

Die 6,3 Milliarden Franken schwere Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC durch den Schweizer Telekomkonzern Sunrise steht auf der Kippe. Neben einigen großen Aktionären hat sich nun auch der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS gegen den Deal ausgesprochen. Er empfiehlt den Aktionären, die für den Zukauf geplante milliardenschwere Kapitalerhöhung abzulehnen. Das geht aus einem Reuters am Donnerstag vorliegenden Dokument hervor. Offiziell will ISS seine Empfehlung erst am Freitag veröffentlichen. Bereits zuvor galt die Zustimmung der Eigentümer zu der Geldspritze als ungewiss.

Eine Sunrise-Sprecherin erklärte, der Konzern prüfe die Einzelheiten der ISS-Empfehlung und werde diese zu gegebener Zeit kommentieren. An der Börse gaben die Anleger dem Deal und der damit verbundenen Kapitalerhöhung offenbar weniger gute Chancen - die Sunrise-Aktie legte gut zwei Prozent zu.

Mit der Übernahme will Sunrise Boden auf den deutlich größeren Konkurrenten Swisscom gut machen. Doch der größte Aktionär - die deutsche Freenet mit einem Anteil von 24,5 Prozent - hat sich gegen die geplante, bis zu 2,8 Milliarden Franken schwere Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Deals ausgesprochen. Über diese sollen die Aktionäre am 23. Oktober abstimmen. Um fortzufahren, benötigt Sunrise die Zustimmung von mindestens der Hälfte der anwesenden Aktionäre. Das könnte jedoch knapp werden - zumal bei solchen Aktionärstreffen nie alle Eigentümer anwesend sind. Bei der vergangenen Generalversammlung im April waren lediglich knapp 62 Prozent des Aktienkapitals vertreten.

Nach einer Erhebung von Reuters waren zuletzt Investoren mit einem Aktienanteil von über 30 Prozent gegen den Deal. Hinzu kommt nun noch die Ablehnung von ISS, der viele Pensionskassen und Anlageeinrichtungen folgen. Die Experten begründeten ihre negative Empfehlung mit dem Kaufpreis, der aus ihrer Sicht zu hoch ist. Zudem dürfte der Zukauf Sunrise zwar kurz- bis mittelfristig einen Vorteil verschaffen. Aber längerfristig sei dieser weniger offensichtlich - weil dann fraglich sei, ob Kabel noch mit Technologien wie 5G oder Glasfaser mithalten könne. Der Schweizer Stimmrechtsberater Ethos hatte sich für den Deal ausgesprochen. Eine Stellungnahme vom Berater Glass Lewis steht noch aus.

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