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Milliardeninvestitionen Dänischer Energiekonzern Orsted will in Übersee deutlich wachsen

Der größte Offshore-Windkraftbetreiber der Welt will in Taiwan, Japan und den USA zulegen. Auch in Deutschland sei ein verstärktes Engagement möglich.

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Der dänische Offshore-Windkraftbetreiber legt ein 27 Milliarden Euro schweres Investitionspaket auf. Quelle: AP

Berlin Der dänische Energiekonzern Orsted will sein Wachstum in Übersee vorantreiben und sich dabei auch nicht durch den von der Politik auf Eis gelegten Verkauf heimischer Geschäfte stoppen lassen.

„Dies hat keine Auswirkungen auf unser 200 Milliarden Dänische Kronen (27 Milliarden Euro) schweres Investitionsprogramm und unsere Ausbauziele für die Erneuerbaren in Höhe von 30 Gigawatt bis 2030“, sagte Vorstandsmitglied Martin Neubert in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Orsted wolle unter anderem in Japan, Taiwan und den USA wachsen. Auf Einnahmen aus dem vorerst gestoppten Verkauf des dänischen Stromnetzes und des Haushaltskundengeschäfts sei der Konzern nicht angewiesen.

„Der Geschäftsbereich steht aber grundsätzlich weiter zum Verkauf. Es gibt bessere Eigentümer als uns. Die Aussage gilt weiterhin“, sagte der Manager, der seit 2008 für die Dänen tätig ist. Experten haben den Wert der Geschäfte auf umgerechnet 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Insidern zufolge hatten dafür unter anderem der italienische Versorger Enel und der dänische Konkurrent SEAS-NVE geboten. Auch Eon habe die Geschäfte im Blick.

Orsted, das früher Dong Energy hieß, gehört zu 50,1 Prozent dem dänischen Staat uns ist der größte Offshore-Windkraftbetreiber der Welt. „Derzeit haben wir im Bau und Betrieb Anlagen mit einer Leistung von zwölf Gigawatt“, erklärte Neubert.

In der deutschen Nordsee betreibt der Konzern drei Windparks – Riffgrund 1 sowie Gode Wind 1 und 2. Borkum Riffgrund 2 soll in diesem Jahr fertig werden. Ab 2024 kommen drei Offshore Windparks hinzu: OWP West, Borkum Riffgrund West 2 und Gode Wind 3. Orsted beschäftigt weltweit rund 6000 Mitarbeiter, davon rund 200 in Hamburg und Norden-Norddeich.

In Deutschland sei derzeit wenig Bewegung im Markt, weil die Politik die Rahmenbedingungen noch festzurren müsse, erläutert Neubert. „Da es künftig keine staatliche Förderung mehr gibt, ist die Frage, nach welchen Kriterien die Ausschreibungen vergeben werden sollen“. Grundsätzlich nehme der Konzern institutionelle Investoren als Teilhaber der Parks auf.

Auch eine Zusammenarbeit mit Versorgern in Deutschland sei möglich wie auch mit Industriekunden oder Broker sind willkommen. Orsted sei in intensiven Gesprächen mit potenziellen Abnehmern.

Beim Ausbau nimmt der dänische Konzern vor allem Asien ins Visier. In Taiwan will das Unternehmen einen 900-Megwatt-Windpark bauen. In dem 2011 von der Atomkatastrophe von Fukushima heimgesuchten Japan hat Orsted mit dem Fukushima-Betreiber Tepco eine Partnerschaft auf den Weg gebracht.

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